Geschichte von Wegbergs Partnerstadt Maaseik - Historischer Verein Wegberg

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Wegbergs Partnerstadt Maaseik
- Geschiedenis van Maaseik
- Geschichte der Stadt und Region

Die ältesten Spuren einer Bewohnung stammen aus dem Neolithicum, z.B. Funde von Streitäxten. Auch aus der Bronzezeit gibt es archäologische Funde: ein Bronzebild von Epona zu Pferde wurde 1896 bei Baggerabeiten in der Maas gefunden. Aus der Eisenzeit stammen diverse Urnen. Auch römische Töpfe und Gläser wurden in Maaseik gefunden. Die wichtige Heerstraße Maastricht-Nijmegen verlief westlich der heutigen Stadt. Schwerpunkte einer permanenten Besiedlung in der Merowinger und karolingischen Zeit lagen bei Kessenich und später bei Geistingen. Viele dieser Funde sind im Regionaal Archeologisch Museum ausgestellt. Hier eine kleine Auswahl mit besonderen Objekten aus der Römerzeit:

Im Maastal gefundenes eisernes Beil. Es hat an der einen Seite eine Schneide zum Hacken, an der anderen Seite eine Inschrift (PRMF), die als Schlagstempel diente.

römische Glaskunst: Trinkbecher aus Glas und kleine Schüsseln, in der hinteren Ecke: ein herausragender Becher aus dem 2. Jh. mit aufgelegtem Schlangenmotiv


Die eigentliche Geschichte Maaseiks beginnt mit der Gründung des Klosters von Aldeneik. Hier wurde der Legende nach ein Kloster durch die beiden Schwestern Harlindis und Relindis (ca. 700 n.Chr.) gegründet. Eine erste Siedlung entstand - höher gelegen und damit sicherer - entlang der Heerstraße (jetzt bekannt als Heirweg und Oude Ophoverbaan). Eine erste schriftliche Urkunde mit dem Namen "Eycke" stammt aus dem Jahr 1139. Ursprünglich gehörte das Gebiet zum Maasgouw, der 1008 vom deutschen Kaiser Heinrich II. als Lehen an die Grafen von Loon vergeben wurde. Die Grafschaft Loon entsprach in etwa der heutigen belgischen Provinz Limburg. Gründer der Grafschaft war Otto, Graf in der Betuwe oder sein Sohn Giselbert. Deren Nachkomme Graf Gerhard II. musste 1190 die Oberhoheit des Bistums Lüttich anerkennen sowie den Bischof als Erben für den Fall, dass keine männlichen Nachkommen vorhanden waren.

Im Jahre 1244 erhielt dieses "Nova Eycke" die Stadtrechte von Arnold IV, Graf von Loon verliehen, vor allem wegen seiner strategischen Lage an der Grenze der Grafschaft und an der Maas, die damals noch eine bedeutende Wasserstraße war. Nach und nach ging die Bedeutung von Aldeneik zugunsten vom Maaseik verloren. Dies war nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass sich die Maas - wie bereits oben beschrieben - nach und nach in östliche Richtung verlagerte. Der Name veränderte sich schließlich von "Nieuwe Eik" in "Maaseik", d.h. in "das Eik, dass jetzt an der Maas liegt".

1366 fiel die Grafschaft Loon an das Fürstbistum Lüttich (ndl.: prinsbisdom Luik). Der Fürstbischof von Lüttich nahm nun den Titel eines Grafen von Loon an, wobei er die Institutionen der Grafschaft bestehen und der Grafschaft eine gewisse Autonomie ließ. Maaseik wurde mit Wällen, Gräben und vier Toren geschützt, eine Voraussetzung, dass die Stadt damit zu den "Goede Steden", den wichtigtigen Städten des Fürstbistum gehörte. Die Einwohner durften sich "burgenses" nennen und genossen eine relative Sicherheit. Als Symbol für die städtische Freiheit durfte eine Säule (perroen) errichtet werden.

oben: Wappen des Fürstbistums Lüttich


links: die Perron-Säule auf dem Marktplatz

Graf Arnold IV von Loon errichtete einen Wohnsitz, der wahrscheinlich zunächst keinem militärischen Zweck diente, der jedoch kurz nach 1366 zu einer Burg ausgebaut wurde. In 1373 war bereits die Sprache van einen "Castrum de Eycke", das letztlich in 1469 von Karl dem Kühnen, dem Herzog von Burgund und Luxemburg, geschleift wurde.

Religiös wurde die gesamte Region schon früh durch Maaseik dominiert. Die Hauptkirche wurde der heilgen Catharina - der Schutzpatronin der Stadt - gewidmet. Zahlreiche Klosterorden ließen sich innerhalb der Stadtmauern nieder. Im 15. Jahrhundert kamen die Augustiner (1434), die Kreuzherren (1476) und die Grabritterorden (1496) sowie im 17. Jahrhundert die Minderbrüder (1626), die Kapuziner (1626) und die Kapuzinerinnen (1640). Zudem verließen die Kanoniker im 16. Jahrhundert das unsichere Aldeneik und ließen sich innerhalb der sicheren Stadtmauern nieder.

Wirtschaftlich entwickelte sich die Stadt zu einem Handelsplatz mit Märkten und einer Tuchhalle, folglich entwickelte sich das Tuchgewerbe. Hierbei spielte die Maas eine Rolle als wichtige Verkehrsader. Rohstoffe wie Getreide aus Gullik/Jülich, Holz aus den Ardennen, Kohle und Eisen aus Lüttich, Kalk und Mergel aus Maastricht, Granit und Naturstein aus Namen/Namur wurden im Hafen von Maaseik umgeschlagen. Die Bedeutung ging verloren, als die Maas ab dem 19. Jh. nicht mehr bis Maaseik schiffbar war, lediglich die Hafenmole ist noch zu sehen.

Blick auf die damalige Hafeneinfahrt mit der damaligen eisernen Brücke über der Mündung des Zanderbeeks

Heute: Blick von der 1989 restaurierten Hafenmole auf die heutige Betonbrücke. Mit etwas Glück führte die Maas im Frühjahr Hochwasser, so das der alte Hafen erkennbar wurde.


Stattdessen gibt es heute bei Heerenlaak in der Nähe von Aldeneik eine Marina in einer ehemaligen Kiesgrube, die mit der Maas verbunden ist. Transporte per Schiff werden heute über die Zuid-Willemsvaart und den Juliana-Kanal betrieben.

Im 15. Jahrhundert war Maaseik allerdings auch von zahlreichen wechselvollen kriegerischen Handlungen betroffen, ebenso während der Reformationszeit im 16. Jahrhundert, sei es der burgundische Erbfolgekrieg, die Unruhen während der Reformationszeit oder der achtzigjährige Spanisch-Niederländische Krieg. Wiederholt gab es Seuchen und durch den Ausbruch der Pest wurde die Bevölkerung dezimiert. Auch nach dem Frieden von Münster fand die Stadt keine Ruhe. Auch im 17. Und 18. Jahrhundert wurde Maaseik durch kriegerische Auseinandersetzungen und Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen.

1684 wütete im Zentrum von Maaseik ein großes Feuer. Etwa 180 Häuser, damals ein Drittel der Stadt, gingen in Flammen auf. Beim Wiederaufbau wurde der Zugang zur Bosstraat erweitert, der damals sehr eng war.

 

Die Karte zeigt welcher Teil der Stadt durch den großen Brand von 1684 zerstört wurde.

 

Auch wenn die kriegerischen Auseinandersetzungen ab der Mitte des 18. Jahrhunderts ruhten, gab es bedingt durch Missernten eine große Armut unter den Bevölkerung. So entstanden die sog. Bockenreiter-Banden, die auch im Maaseik ihr Unwesen trieben. Die erste Bande mit 40 Mitgliedern wurde von 1780 bis 1785 von Henricus Houben aus Masseik angeführt, von Beruf Schuhmacher und Bewohner des Hauses Markt/Boomgaardstraat. 1785 wurde Houben gefangen genommen und beging vermutlich Selbstmord im Gefängnis. Eine zweite Bande operierte von 1790 bis 1794, die durch Jan Matthijs Clerckx auf brutale Weise verfolgt wurde. Mehr als 30 Menschen, darunter viele Bewohner Maaseiks, wurden gefoltert und endeten am Galgen.

1794 wurde das Maasland durch die französischen Revolutionstruppen erobert. Alle Klöster wurden durch die französische Besatzung aufgelöst und das Gwerbe ging ruhmlos unter. Maaseik war zu dieser Zeit Hauptstadt im Arrondissement Roermond.


Die belgische Revolution führte 1830 zur Unabhängigkeit von den Niederlanden. Großer wirtschaftlicher Schaden entstand dadurch, dass das Hinterland östlich der Maas an die Niederlande fiel. Während der Anfangsjahre des königlichen Belgiens dümpelte Maaseik weiter dahin und wurde ein Provinzststädtchen am Rande des Landes. Zum Glück bedeutete dies aber auch, dass zahlreiche Gebäude erhalten blieben und nun zum Charme der Stadt beitragen.

1874 erhielt Maaseik einen Bahnanschluss nach Hasselt. 1889 wurde eine Brücke über die Maas gebaut, zu diesem Zeitpunkt eine der wenigen festen Verbindungen. Die wirtschaftliche Situation der Stadt verbesserte sich zunehmend.

Am 1. Januar 1977 fusionierten Maaseik mit den beiden umliegenden Gemeinden Neeroeteren und Opoeteren. Wie überall im Maasland spielte der Abbau von Kies eine große Rolle in Maaseik. Dies geschah zunächst mit Baggerschiffen im Bett der Maas, wodurch diese breiter und tiefer wurde. Ab 1950 wurde dann in den Uferbereichen gebaggert, wodurch die heutigen „Maasplassen“ entstanden. Um 2000 wurde der Abbau gestoppt und die alten Kiesgruben wurden zum Naherholungsgebiet hergerichtet, wie z.B. bei Heerenlaak, wo eine Marina angelegt wurde, die mit der Maas verbunden ist.

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Historischer Verein Wegberg e.V. - 2017 - Letzte Änderung: 05.02.2018

 
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