In Rath, um Rath und um Rath herum - Radwanderung Pfarre Rath-Anhoven - Fotobericht von Hermann-Josef Heinen - Historischer Verein Wegberg

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Aktivitäten


Samstag, 18.06.2011 - Radwanderung
"Mit dem Rad in Rath, um Rath und um Rath herum"
- Unterwegs in der Pfarre Rath-Anhoven

In Abwandlung des klassischen Zungenbrechers veranstaltete der Historische Verein Wegberg am Samstag, den 18.Juni, seine diesjährige Radwanderung für Mitglieder und interessierte Bürger. Als gebürtiger Rather hatte Hermann-Josef Heinen eine Radtour durch die Pfarre Rath-Anhoven zusammengestellt und dazu viel Wissenswertes, Historisches und Sehenswertes zusammengetragen. Schwerpunkte sollten die Denkmale sein. Hierzu zählten neben der Kirche, den Kapellchen und Wegekreuzen auch eine Reihe von sehenswerten Wohngebäuden und Hofanlagen. Unterstützung erhielt er hierbei von Frau Helga Banerjee (Informationen zur Ortsgeschichte), Herrn Johannes Wyen (Kirchengeschichte Rath), Frau Zilly Claßen (Kapelle Isengraben), Frau Helga Misgaiski (Kapelle Kehrbusch) und Herrn Horst-Dieter Jansen (Wegekreuze).

Um 13 Uhr machten sich die Mitglieder des Historischen Vereins unter der Führung des Vorsitzenden Karl Küppers auf den Weg nach Rath-Anhoven. Bei ihrer Ankunft an der Pfarrkirche stießen noch einige interessierte Rather hinzu. Sie wurden von Hermann-Josef Heinen empfangen, der zur Einstimmung Wissenswertes über die Ortsgeschichte, zur Deutung der Ortnamen und über die Geschichte der Pfarre vortrug.

In der Kirche wurde die Gruppe von jetzt ca. 20 Personen vom Mitglied des Pfarrgemeinderates Herrn Johannes Wyen willkommen geheißen. Dieser berichtete, neben der Entstehungsgeschichte der Pfarrkirche im Jahre 1830 und der schwierigen Ablösung von der Pfarre Beeck im Jahre 1837, über das aktive Leben in der Pfarre und die umfangreichen Restaurierungs- arbeiten in der Kirche in den achtziger Jahren. Herr Wyen erzählte auch von dem rührenden Wetteifer, der beim Bau der Kirche herrschte: „Ein Herrather – und außerdem noch Protestant! – leistete so eifrig Hilfe, dass sein Pferd der Anstrengung erlag.“

Die „heiligen Mädchen“ – die Hl. Katharina und die Hl. Barbara - fanden bei den Besuchern besondere Beachtung. Hierbei handelt es sich um zwei künstlerisch bedeutende, spätgotische Eichenholzstatuen der beiden volkstümlichen Heiligen aus dem 15./16. Jahrhundert.

Ebenso bestaunte man zwei Mosaike aus Mettlacher Fliesen, die bei Re- novierungsarbeiten, wie Herr Wyen berichtete, unter einem fest ver- klebten Teppich wieder entdeckt wurden.

Weiter ging es zunächst zu Fuß zum Gedenkkreuz hinter der Kirche, dann zum Pfarrhaus, welches im Jahre 1840 entstand und zum St. Josefs-Haus, welches von fünf Schwestern „Unserer Lieben Frau“ als Schwesternheim genutzt wurde.

Vor den beiden Missionskreuzen, dem in Rath aus dem Jahre 1771 und dem in Anhoven aus dem Jahre 1746, berichtete Hermann-Josef Heinen über den historischen Hintergrund der Entstehung der Missionskreuze. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in der Pfarre zahlreiche Missionen gehalten. Zur Erinnerung stellten die Einwohner oft ein Kreuz auf. Davon sind neben dem Kreuz in Schönhausen (1746) die Kreuze in Anhoven (1746), Rath (1771), Buchholz (1776), Kehrbusch (1806) und Flassenberg (1807) erhalten. Auf allen wird der Hl. Franciscus Xaverius als Patron genannt. Wie Herr Horst-Dieter Jansen nachweisen konnte, hat es mit der Glocke am Rather Kreuz eine besondere Bewandtnis: Ein Ehepaar Engels, das im Jahre der ersten Mission (1746) geheiratet hatte und in Jahre 1771 genau 25 Jahre miteinander verheiratet war, stiftete aus diesem Anlass die Glocke.





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> Ausführliche Erläuterungen lesen Sie im Begleitheft 1/2011
"In Rath, um Rath
und um Rath herum"

aus der Reihe "Unterwegs in Wegberg"

 
 

Weiter ging es nach Isengraben. Am Ortseingang befindet sich ein Hagel- und Gedenkkreuz aus Blaustein aus dem Jahre 1788. Im Isengrabener Kapellchen, das der Hl. Katharina geweiht ist und das alte Missionskreuz beherbergt, konnten die Besucher von den Renovierungsarbeiten durch die Isengrabener Dorfgemeinschaft erfahren.

 
 
 
 

In Flassenberg erhielt die Gruppe einige Erläuterungen zum dortigen Hagelkreuz. Die Hagelkreuze waren dem Hl. Donatus geweiht, den man als Wetterheiligen und Schutzpatron gegen Donner, Blitz und Hagel verehrte. War es Zufall oder „höhere“ Gewalt? Just nach dem Besuch des Hagelkreuzes setzte ein ordentlicher Regenguss ein, vor dem sich die Gruppe unter einen Schuppen auf einem Bauernhof retten konnte.

 
 
 
 

Das Kehrbuscher Kapellchen fanden die Besucher in frisch renoviertem Zustand vor. Auch hier ist die Dorfgemeinschaft sehr eifrig, ihre Kapelle, die dem Hl. Antonius geweiht ist, in einem guten Zustand zu erhalten. Es wurde die Frage aufgeworfen, um welche Heilige es sich bei den beiden Holzstatuen handelt. Die rechte Figur stellt unstrittig den Hl. Antonius dar. Durch das Attribut Beil wurde die linke Figur dem Hl. Mathias zugeordnet. Die Kehrbuscher sprachen sich jedoch für den Hl. Macarius aus.

 
 
 
 

Zurück ging es nach Rath und zwar zum Rochus-Kapellchen am „neuen“ Friedhof. Bereits 1566 muss an gleicher Stelle ein Kapellchen gestanden haben, was durch einen Rechtsstreit belegt ist. Auf dem Giebel ist die Jahreszahl 1717 als Baujahr vermerkt.
Auf der nahe gelegenen Parkanlage an der Rochusstraße erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zum dortigen Friedhofskreuz aus dem Jahre 1851 und dem „alten“ Friedhof, der 1828 eingeweiht wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Toten aus Rath und Buchholz in Beeck beerdigt werden. Dies führte oft zu unwürdigen Umständen, was sowohl die Rather Bürger als auch die Obrigkeit verärgerte. Es wurde beklagt, dass „auf dem Karren, der die Toten zur Gruft bringt, sich mehrere von den Verwandten setzten und sogar Frauenspersonen ihren Platz auf dem Sarge nähmen ...“

 
 

Beim Anblick der ehemaligen Lehrerwohnungen erinnerten sich die anwesenden Rather an ihre Schulzeit in der „alten“ Schule, die 1832/33 gebaut wurde und bis zum Abriss im Jahr 1958 genutzt wurde. Auch fielen einigen wieder ihre Lausbubenstreiche ein, die sie dort verübt hatten.

 
 
 
 

Wieder an der Rather Kirche angekommen, führte der Weg noch an einer Reihe von interessanten Wohngebäuden und Hofanlagen vorbei. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wurden die optionalen Programmpunkte Buchholz und Mehlbusch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

 
 


Bevor es auf die Rückfahrt nach Wegberg ging, stärkten sich die Radler im Cafe 57 und plauderten über ihre Eindrücke.

Für die Teilnehmer an der Radwanderung veröffentlichte der Historische Verein Wegberg ein Heft in der Reihe „Unterwegs in Wegberg“, das natürlich auch allen Interessierten zur Verfügung gestellt wird, in die Tour nachfahren wollen und dabei alles Wissenswerte nachlesen können.

FOTOS: Hans-Peter Jans
und Hermann-Josef Heinen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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