Historischer Verein Wegberg e.V.

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Panorama-Aufnahme Wegberg mit Burg Wegberg, Forum, Wegberger Mühle, Rathaus und Pfarrkirche St. Peter & Paul, Foto: Heinen

Unser Mitmach-Magazin für alle ortsgeschichtlich Interessierte

"Berker faceBlock"
BERKER

faceBlock
Mit diesem in 2024 neuen Format wollen wir versuchen, zusätzlich zur Rubrik "Berker Notizen" weitere ortsgeschichtliche Beiträge aus unserer facebook-Gruppe zugänglich zu machen.
Für alle, die keinen Zugang zu Facebook haben, veröffentlichen wir hier die interessantesten Beiträge.
Februar 2024
20.02.2024 - Didi Klinki
Die Wüstung Dassenberg (Dachs Berg)
Bei Wüstungen handelt es sich um aufgelassene Ansiedlungen. Zumeist ist heute von den Häusern nichts mehr sichtbar. Im Wegberger Stadtgebiet gibt es mindestens zwei solcher Orte. Da ist zu einem Brühl eine Häuser- oder Hofgrupe im Tüschenbroicher Wald Richtung Uevekoven. Dort waren früher der Brühler Hof und eine Motte. Der Hof war bereits im 16./17.Jh. ein Lehen der Herrschaft Wickrath. Das heißt, die jeweiligen der Reichsfreiheit Wickrath hatten die Grundherrschaft. Sie verpachteten die Güter, so den Brühler Hof und ein weiteres Lehen in Tüschenbroich, den gegenüber liegenden Kummerter Busch. Der Brühler Hof hatte danach eine sehr wechselvolle Geschichte. 1711 lebten hier drei Familien.
Die andere Wüstung ist Dassenberg, zwischen Petersholz und Arsbeck gelegen. Heute erinnert die Straßenbezeichnung Dachsenberg noch daran.
Petersholz ist als Ortschaft erst ab 1860 besiedelt worden. Das umliegende Waldgebiet, das Sankt Petersholz, war eine spätmittelalterliche Allmende (Gemeinschaftswald) und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts parzelliert, zum Teil gerodet und verkauft. Der Dachs Berg wird schon 1806 in der Tranchot-Karte erwähnt. Dabei handelt es sich um ein zirka 10 Meter oberhalb des Helpensteiner (Helfensteiner) Baches gelegenes Plateau, das um 1890 mit vier Häusern bebaut war.
Warum der verstorbene Dremmener Heimatforscher und Museumsleiter Leo Gillessen in seinem Buch die Ortschaften im Kreises Heinsberg sagt, er bezweifelt die Existenz dieser Wüstung, entzieht sich unserer Kenntnis.
Der Arsbecker Gerhard Consoir hat in seinem 1964 veröffentlichten Artikel zum Dassenberg nachgewiesen, dass dort fünf Familien wohnten und sogar von einem Haus ein Foto abgebildet. Nach einem Brand von 1909 wurden zwei Häuser vernichtet.
Nach seiner Auflistung wohnten dort:
a) Jakob Schmitz und Frau mit neun Kindern
b) Heinrich Kebeck und Frau mit fünf Kindern
c) Heinrich Küppers und Frau mit 3 Kindern (Foto vom Haus)
d) Heinrich Schmitz und Frau mit acht Kindern, 1912 Ackerer = Klinkum 132
e) Jakob Flachs und Frau mit sieben Kindern, 1912 Jagdaufseher  = Klinkum 131
Um 1910 kaufte Anton Raky den Eigentümern ihre Häuser und die Grundstücke ab. Zwei behielten ihr Wohnrecht. Der letzte Einwohner verließ um 1918 sein Haus, das um 1920 einstürzte.
Bis vor einigen Jahren war dort der Campingplatz der Familie Steinwartz.

Auf der Fotomontage ist bei der sw/ws Karte die Situation um 1893 dargestellt, die farbige Karte zeigt die Stelle um 1806 und eingeblendet das Haus von Küppers.

19.02.2024 - Didi Klinki
Ein Besuch im Museum
Eine  Welt im Wandel – so heißt die neue Dauerausstellung im LVR-Landesmuseum  in Bonn. Hier wird die wechselvolle Geschichte des Rheinlandes neu  erzählt. So beginnt der Ausstellungskatalog „LUX 2/2023“ der Online  abrufbar ist. Eine Zeitreise durch die Ausstellung auf mehreren Ebenen  ist hier möglich: https://mediaguide.lmb.lvr.de/de/
Kleine Audioclips geben Erklärungen zu den Ausstellungsobjekten, mir persönlich fehlen etwas die Bilder zu den Erläuterungen.
Auf  der Eingangsebene im Museum begegnen wir der Altsteinzeit mit dem  Neandertaler. Auf der ersten Etage beginnt das Mittelalter bis zur  Neuzeit. Auf der nächsten Etage dann die jüngere Vergangenheit, mit  einer Sammlung der unscheinbaren Dinge. Unser Hauptinteresse galt aber  der Besuch bei der Schaurestaurierung eines der bedeutendsten Mosaike  der Römerzeit, bei der wir zuschauen durften bzw. wir eine Führung  bekamen. Dieser spektakuläre Fund aus dem Jahre 1904 in Bonn war zwar  seit Jahrzehnten schon im Museum, doch wurde dies durch eine  Fliegerbombe im Jahre 1944 zerstört. Die Einzelteile des Mosaiks  schlummerten jahrzehntelang in Kisten im Depot. Seit ein paar Monaten  wird das Mosaik mit dem Bild der Medusa, das aus mehr als 67.000  Steinchen besteht, in mühevoller Puzzle-Arbeit wieder zusammengesetzt.  In der Objektbeschreibung zu diesem Werk heißt es: „Wandmalereien und  Mosaike brachten Farbe in den Alltag der Soldaten. Sie prägten das Wohn-  und Lebensgefühl am Rhein, gaben den Soldaten ein Zuhause, eine Heimat  in der Ferne.“ Das Mosaik zierte vermutlich die Wohnung eines Offiziers  im römischen Legionslager.

Aber  auch andere Objekte waren schön anzusehen, so die kleine Glasscheibe  aus der Renaissance-Zeit mit der Darstellung von verschiedenen Berufen.

17.02.2024 - Didi Klinki
Wer kennt Schwielengras?
Was für eine Frage, aber selbst das Internet schweigt hierzu.
Den  Begriff gibt es zwar in alten Büchern (so in einem Belehrungsbuch zur  Naturgeschichte von 1832 oder eins zur Botanik von 1851), aber eine  bildliche Darstellung gibt es nicht. Der 20 Jahre alte Brockhaus half da  auch nicht weiter.
Schwielen  – ja, die läuft man sich an den Füßen, zumindest an den stark belasteten  Stellen unter den Fußsohlen. Da ich kein Biologe, noch Botaniker oder  Landwirt bin, kann ich nur das wiedergeben, was ich bisher in Erfahrung  gebracht habe. Schwielengras wächst auf nicht gedüngten Wiesen, man kann  Heu daraus machen für die Fütterung des Viehs. Auch ein  Wasser-Schwielengras gibt es, die Pflanze scheint kräftig zu sein und  glatte Blätter zu haben.
Warum ich das wissen will?
Aus  einer Wegberger Schulchronik zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht  hervor, dass eine Fabrik gegründet wurde, in der Bürsten hergestellt  werden sollten. Für die Bürsten benötigte man die Wurzeln von  wildwachsendem Schwielengras, das in den hiesigen Wäldern wuchs.
Es  war die Zeit des ersten Weltkrieges, ob sich die durchaus honorigen  Geschäftsleute aus Gründen von Versorgungsengpässen so entschieden haben, wissen wir nicht. Die Firma wurde vom Bürgermeister Adolf Vollmer, dem  Kaufmann Josef Ackermann und den Gebrüdern Lindt, im Gebäude der  Aufnehmerfabrik von Ackermann, eröffnet. Wurzelbürsten gibt es heute  noch, wie ein Foto eines Cousins belegt.

> Wir wären dankbar für eine Rückmeldung mit einem Bild des Schwielengrases.

14.02.2024 - Didi Klinki
Vom Erzählcafé zur Klängerstu`ef
In den letzten Wochen war öfter von einer Einrichtung die Rede, die einen Vorläufer hatte. Nachfolgend einige Hintergründe dazu.
Man muss schon weit in die Historie des Vereins zurückblättern, um den tatsächlichen Ursprung des heutigen, so beliebten Treffs in der Klängerstu´ef zu finden. So mancher wird sich nicht daran erinnern, da die meisten Akteure von damals inzwischen verstorben sind. Von daher scheint es umso wichtiger, nochmals, als einer der wenigen Zeitzeugen, an die Anfangsjahre zu erinnern.
Die Anfänge führen bis in das Jahr 1995 zurück, also vor fast 30 Jahren. Im Jahr davor wurden dem Verein von Seiten der Stadt offiziell Räumlichkeiten im Obergeschoss des BGZ an der Beeckerstraße angeboten. Die Räume teilten wir uns gemeinsam mit dem Verschönerungs- und Verkehrsverein Wegberg und zahlten ein Nutzungsentgelt an die Stadt. Der VVV Wegberg ist heute noch unser Nachbar mit eigenem Raum in der Wegberger Mühle.
Für uns als Verein galt es damals unseren neuen Vereinsraum einzurichten. Das geschah unter der Leitung des Vorsitzenden Hans Langerbeins aus Watern. So nach und nach haben dann die verschiedenen Arbeitskreise des Vereins ihre Tätigkeiten dort aufgenommen. Für die Mundart gab es einen solchen zu dieser Zeit noch nicht.
Das Erzählcafé taucht erstmals in einem Protokoll von Mai 1996 auf. Da ich persönlich anwesend war, kann ich sagen, es wurde dort auch schon geklängert, bzw. „ens Platt jekallt onn jelustert“.

Die ab dieser Zeit regelmäßig im Veranstaltungskalender stehenden Nachmittage, trugen aber nicht den Namen „Erzählcafe“. Besonders „Stinnes“, der ehemalige Gastwirt von „Alt Berk“, erfreute die Gäste des Tages mit seinen Anekdoten aus Berk und sorgte mit seinem „Vertäll“ für so manchen Lacher. Er war einer der letzten Wegberger Originale. Unser Vereinsmitglied Hans Symes verstarb im April letzten Jahres mit 90 Jahren.
Auf der Website des Vereins erfahren Sie mehr zur Geschichte der bekannten „Berker Klängerstu`ef“: https://www.historischer-verein-wegberg.de/mundart-uebersicht.html
Es gibt sogar einen Wikipedia Eintrag zum Erzählcafe, siehe hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Erz%C3%A4hlcaf%C3%A9
12.02.2024 - Didi Klinki
Nachlese - gut gefü(h)llt ?
Neben der Kultkneipe "Zur Post" im Zentrum von Wegberg, gibt es in der Stadt noch einige andere "Kult"-ur - Tempel. So war am vergangenen Mittwoch, ein Tag vor Altweiber, die Wegberger Mühle Ziel von zahlreichen "jecken"  Mundart-Freunden. Der Spirit (nicht Sprit) der Karnevalisten aus den befreundeten Heimatvereinen, insbesondere der Beecker, lockte zahlreiche Zuhörer an, so dass die Mühle gut gefüllt war. Unser Hausfotograf Heinz Esser hat das in zahlreichen Fotos festgehalten, hier  zwei zur Ansicht, die anderen findet ihr auf der Website des Historischen Vereins.
Hier der Link dorthin:
Der  Vorsitzende Hermann Josef Heinen wird dann noch ein Video auf dem  You-Tube-Kanal des Vereins von der Veranstaltung einstellen.
Der  inzwischen auf rheinischen Bühnen aktive Beecker Comedian Christian  Pape ließ es sich nicht nehmen diese karnevalistische Klängerstu´ef vor  der eigenen Haustüre zu besuchen.
09.02.2024 - Didi Klinki
Passend zum Karneval - Wenn et Trömmelche jeht (jeit)
Ob  nun im Karneval, wo der oben genannte Song der Kölner Band „Die Räuber“  aus dem Jahre 1993, ein echter Hit und Gassenhauer ist  oder demnächst  Weihnachten ansteht und das Lied „The Little Drummer Boy“ erklingt oder  -
https://www.youtube.com/watch?v=GJpTDLVx6aQ
https://www.youtube.com/watch?v=CNGCWW1aFO4(deutsch)
https://www.facebook.com/watch/?v=1112530158907936(Vicky  Leandros – englisch); das Lied wurde übrigens 1941 von der  US-Amerikanerin Katherine K. Davis komponiert und getextet und 1958  erstmals aufgeführt.
ob  im Herbst die Literaturtage anstehen und ein deutscher  Literaturnobelpreisträger (1999) behandelt wird. Sein Roman „Die  Blechtrommel“ wurde ein Welterfolg. Alle drei projizieren ein Bild vor  unserem geistigen Auge, dass von einem jungen Mann zeigt der mit einer  Trommel marschiert.

Das  links abgebildete farbige Gemälde wurde dem Verein im Zuge der  Recherchen zu einer Ausstellung in der Kreissparkasse Wegberg 2002  „Wegberger Ansichten“ von Frau Porten aus Baal geschenkt. Es erinnert  stark an Günther Grass Romanfigur Oskar Matzerath, dem kleinwüchsigen  Blechtrommler im gleichnamigen Roman (1959).
Der  Portrait-, Landschafts- und Kirchenmaler Wilhelm Büppelmann (geb.1879  in Varel, gest.1960 in Oldenburg) portraitiert hier den 10-jährigen  Ludwig Specks (1892 – 1905) in Uniform. Seit 1926 lebte Büppelmann mit  seiner Familie in Nideggen.
Im  Hintergrund des Gemäldes erhebt sich majestätisch die Wegberger  Pfarrkirche St. Peter und Paul empor. Ludwig Specks „ `ne Berker Jong“,  Sohn des Schornsteinfegermeisters Joseph Specks und der Maria Rütten,  wurde gerade mal 13 Jahre alt, er starb in Echt. Das Gemälde auf Holz  wurde 1934 angefertigt.
Einige  Jahre später, nach einer Gemäldeausstellung „Kunst im Zentrum“ im BGZ  (2007), erhielt ich eine Fotografie, die eine Überraschung bot. Das Foto  zeigt fast exakt die Person des Trommlers, das anscheinend als Vorlage  zu diesem Gemälde gedient hatte (siehe untern rechts). Folgerichtig  lässt sich dies auf das Jahr 1902 datieren.
06.02.2024 - Didi Klinki
Vom Spritzenhaus zur modernen Feuerwache
Es ist das Jahr 1770. Die Schöffen der geteilten Gemeinde Wegberg, bestehend aus den Mitgliedern der Unterherrschaft Tüschenbroich (dem jülichschen Teil) und den Schöffen aus dem österreichisch-niederländischen Teil (ehemals geldrisches Gebiet) beschlossen, am Rathaus ein neues Spritzenhaus anzubauen. Das Rathaus stand auf dem Alten Markt in der Fußgängerzone. Für das „Brantspruiten-Huys“ war ein Platz mit einer Größe von 16x28 Fuß = 5 x 8,5 Metern vorgesehen.
Auf der Postkarte ist noch der Schlauchturm mit der Alarmglocke am Alten Rathaus zu erkennen.
Die erste Brandschutzordnung wurde bereits 1729 erlassen. Nach einem verheerenden Brand in (Nieder-)Crüchten durften in den Dörfern Crüchten, Wegberck und Brempt, bei Strafe von drei Brabanter Gulden, keiner mehr mit einer Tabakspfeife feuerführende Stellen betreten (Vorläufer des Rauchverbotes!).
Im Jahre 1833 gab es dann zwei Spritzenhäuser, eins in Wegberg und eins in Beeck. 1847 sollte in Wegberg ein neues Feuerspritzenhaus gebaut werden, ohne genaue Ortsangabe. Um diese Zeit war auch ein Spritzenhaus in Klinkum vorhanden.
Von einem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses erfahren wir dann wieder nach dem 2. Weltkrieg auf der Bahnhofstraße, da das Spritzenhaus am alten Rathaus nicht mehr zeitgemäß war. Danach wurden dann in Harbeck und Tüschenbroich neue Gerätehäuser gebaut. Durch die zunehmende Motorisierung des Feuerwehr, der Vergrößerung des Bestandes und dem gleichzeitigen Zuwachs der Bevölkerung wurde dadurch Rechnung getragen, dass man Fahrzeuge in einer Privatgarage und an der Mädchenschule untergestellte.
Dies war aber ja kein Dauerzustand. So beschloss 1968 der Rat der Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus ans Rathaus anzubauen, den heutigen rückwärtigen Teil zur Mühle hin. Der obere Trakt diente gleichzeitig als Rathaus-Erweiterung. Schnell stellte sich heraus, dass die Stellplätze nicht ausreichten, da Wegberg sich als Wohnstadt etabliert hatte. Die Bevölkerungszahl nahm immer mehr zu. Ich erinnere hier an die Abholzung eines Teils der Beecker Waldes und der rasanten Bautätigkeit dort.
An der Venloer Straße fand man ein passendes Objekt. Hier war bisher der Bauhof untergebracht, für den dann ein Neubau an der Hospitalstraße entstand. Der Umzug der Feuerwehr erfolgte 1978.
Das hat jetzt zirka 45 Jahre ausgereicht. Seit einigen Jahren wurde ein neuer Standort gesucht und gefunden. So entsteht seit dem vorigen Jahr auf der Ecke Masseiker Straße zum Grenzlandring hin, mal wieder ein neues modernes Domizil für die Freiwillige Feuerwehr in Wegberg. Den Architektur-Wettbewerb hat 2018 die Firma Scheidt & Kasprusch aus Berlin gewonnen. Über die Steigerung der Kosten wird seitdem heftig gestritten, auch, ob alle Elemente, die im Entwurf vorgesehen waren, realisiert werden sollten. In diesem Jahr soll die Feuerwache bezugsfertig sein.
Weitere Informationen:

03.02.2024 - Didi Klinki
Aufgelesen – auch gelesen? Nr.2
Mal wieder etwas für Genealogen. Vor kurzem erschien Band 25 der Allgemeinen Deutschen Wappenrolle in Stuttgart (Pro Heraldica). Ein Wappen zog besonders die Aufmerksamkeit auf sich.
Die Nachfahren eines Geschwisterpaares aus Bayern stellt darin das geänderte Wappen der verstorbenen Wappenstifter aus dem Jahre 1996/98 vor. Der Betriebswirt Peter Karl Franz Bircks aus Rennertshofen geboren 1952, verstarb 2018 in Augsburg; sein Bruder Alfred Karl Heinz geboren 1954, war Unternehmer und verstarb 2022 in Deggendorf (Niederbayern).
Das für uns Wegberger Interessante daran ist, dass die Familie ihre Wurzeln in Beeckerheide hat. Über die im Buch veröffentlichte Stammfolge, lässt sie sich bis auf den ersten zu ermittelnden Vorfahren Mathias (Theiß) Bircks, geboren um 1590, zurückverfolgen. Wie zu vermuten war, variiert der Familienname häufig. Hier eine Liste der verschiedenen Schreibweisen: ahn/an/auf der Birck(en), Bir(c)ken, Bir(c)k, Birx, Byrck, Bürks und Biercks.
Dabei handelt es sich um eine Ortsbezeichnung in der früheren Bürgermeisterei Beeck. Dies geht auch eindeutig aus einer Einwohnerliste aus dem Jahre 1771 hervor. Die Häusergruppe lag zwischen Häsenheid (Hessenheide), Am Settel und Am Höllard, heute etwa zwischen Heidkamp und Lindenstraße.
Bei der genannten Familie handelte es sich um eine Bauernfamilie. Die nachweisbar über fünf Generationen dort lebte, siehe dazu die Beecker Kirchenbücher. Die Abschriften sind im Vereinsarchiv vorhanden und können an den Forscherabenden eingesehen werden.
Der erste Bircks der verzog, war der 1729 geborene Ackerer und Handwerker Peter Bircks, der 1773 in Niederkrüchten verstarb. Sein Sohn war dort noch Sattler. Dessen Sohn ließ sich in Issum nieder, die nächste Generation in Krefeld. Von dort ging es dann später nach Bayern, wo die Nachfahren noch heute leben. Bei dem Wappen, handelt es sich um ein sogenanntes „redendes Wappen“, die Birke verweist auf den Familiennamen.
weitere Informationen hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Redendes_Wappen
01.02.2024 - Didi Klinki
Denkanstoß – Was war vor 90 Jahren?
Zur Kern-DNA eines Historischen Vereins gehört die Darstellung der Geschichte. Als Verein sind wird politisch neutral, er lebt jedoch von der Vielfalt und dem Einsatz der ehrenamtlichen Mitglieder. Heute bekleide ich keine Funktion mehr im Vorstand, von daher ist es möglicherweise einfacher auch heiklere Themen anzupacken.
Obwohl – als Vorsitzender des Vereins – habe ich auch schon Artikel veröffentlicht, die damals nicht opportun erschienen. Sie dazu im Berker Boten Nr.5/1997 oder Nr. 15/2001. Manchmal korreliert die Vergangenheit mit der aktuellen Situation.
Rückblende: Die Weimarer Republik lag in den letzten Zügen. Nach der Machtergreifung durch Hitler änderte sich so Einiges. Auch da gab es Massen- bzw. Machtdemonstration ganz anderer Art. Wer die Presseartikel der damaligen Zeit verfolgt, stellt schnell fest, dass zunächst die Kommunisten Ziel der Verfolgung und erste Opfer wurden. Bevor sich das diktatorische Regime der jüdischen Bevölkerung zuwandte, mit den dramatischen Folgen des millionenfachen Mordens. Kurze Zeit später erfolgte die Gleichschaltung der Presse und die Zwangsauflösung zahlreicher Vereine. Wer sich näher informieren möchte, hier ein Link zu einem Zeitungsportal in NRW: https://zeitpunkt.nrw/
Als Forscher fiel mir auf, dass die Geschichtsschreibung, der Heimatschriftsteller abrupt in den Jahren 1933/1934 endet. Wegberg hatte insofern Glück, weil Adolf Vollmer, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, bereits 1912 die Geschichte des Ortes, publiziert hatte. Die Chronik zur Geschichte der Bürgermeisterei und Pfarre Beeck endet 1933. Sie wurde vom späteren Gemeindedirektor Karl Peters und vom Beecker Pfarrer Paul Alfers als Maschinenskript verfasst. Das Buch wurde im Jahre 2022 vom Kulturring Wegberg herausgebracht und ist inzwischen vergriffen.
Auch die vom Dalheimer Heimatforscher Franz Mayer erstellte Geschichte der Gemeinden Arsbeck und Dalheim-Rödgen gibt es nur als Maschinenabschrift. Die von Evertz verfassten Ortschroniken wurden Mitte der 50iger Jahre gedruckt, das Heimatbuch von Heinz Cohnen erst Mitte der 1980 Jahre. Dabei wurde die Zeit des Dritten Reiches meist ausgespart.
Erst durch die Publikationen des Historischen Vereins durch Dr. Klötzer, Jochen Pothmann und Hans-Joachim Haude sorgten hier für neue Ansätze. Zuletzt kam dann (2013) das Buch „Das Braune Wegberg“ hinzu, das durch Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums zusammengestellt.
Wir alle sind mündige Bürger, natürlich gehört nicht Mut bei der jüngeren Generation und die Bereitschaft auf die Straße zu gehen dazu, auch die ältere Generation ist wieder gefragt. Der eine oder andere wird sich da an die 68er Jahre erinnern, um gewissen Tendenzen entgegen zu wirken. Zurzeit sind die Menschen in Massen auf den Straßen, anstatt LKWs und Traktoren, um den schleichenden Prozess und das Erstarken der rechten Ideologie einzudämmen.


Am Samstag kann jeder in Erkelenz friedlich demonstrieren,
damit wir keine Verhältnisse wie in China oder Nordkorea bekommen.
Januar 2024
30.01.2024 - Didi Klinki
Holzweg oder Hohlweg?
Auf dem Holzweg sein – diese Sprichwort ist vielen noch geläufig. Bereits im 15. Jahrhundert wurde es verwendet. Interessant die Benutzung des Wortes Holzweg in der mittelalterlichen Dichtung. Siehe dazu im Wikipedia-Beitrag.
Um allen Irrtümern vorzubeugen – wir nehmen den Hohlweg! Heute sind die Hohlwege meist zu reizvollen Wanderwegen in der Waldlandschaft degradiert. Mit viel Glück auch einmal zu einem Premiumwanderweg entwickelt worden. Bei zahlreichen Hohlwegen im Stadtgebiet handelt es sich – wie sollte es auch anders sein – um ehemalige Mühlenwege! Ein wesentliches Merkmal ist die markante Vertiefung im Gelände. Vor einigen Jahren gelangen es dem Autor zumindest einen dieser Mühlenpfade als Bodendenkmal eintragen zu lassen, erst der zweite Weg in NRW (2021). Damals waren massive Rodungsarbeiten im Gange und der Weg wurde mit schwerem Gerät stark verändert. https://www.yumpu.com/de/document/view/65219679/heft-3-bodendenkmale-hohlwege und: https://de.wikipedia.org/wiki/Hohlweg
Dieser Mühlenweg, der nur noch in Teilbereichen im ursprünglichen Zustand erhalten ist, führt von der Bockenmühle in Watern zur Kornmühle nach Tüschenbroich. Beginnend neben dem inzwischen renovierten Wohnhaus der ehemaligen Schreinerei Schwaken.
Etwa auf der Hälfte der Strecke, ist der Hohlweg noch deutlich ausgebildet. Die Ausformung geschah durch das Befahren mit der Mühlenkarre. Heute würde man als alten Wirtschaftsweg bezeichnen. Der Laie könnte jetzt einwerfen: „aber da passt doch überhaupt keine Karre durch.“

Foto: Dietmar Schmitz
Stimmt – denn nach dem Bau der Straße von Watern nach Tüschenbroich, zuerst noch als Kiesweg, später als asphaltierte Straße, ist der Waldweg, Teil des Europäischen Fernwanderweges E8 bzw. Hauptwanderweg X10, nur noch von Wanderern benutzt worden.
https://www.wanderbares-deutschland.de/wege/alle-wege/europaeischer-fernwanderweg-e8-abschnitt-niederrhein-f7db511ae8  [auf der Karte ist allerdings ein anderer Verlauf eingetragen!]
Durch die jahrzehntelange Erosion des Umfeldes bzw. dem Gegenteil, der Sedimentation hat sich der Weg verengt.
Hier noch eine kleine Auswahl an Hohlwegen im Stadtgebiet:
  • Hohlweg am Schanzerhof (gesperrter Waldweg)von Uevekoven kommend zur Kornmühle Tüschenbroich
  • Hohlweg in Dalheim von Wildenrath zum Klosterhof und zur Mühle
  • Hohlweg  hinter der Buschmühle Richtung Balkhoven und Schrofmühle
  • Hohlweg hinter der Molzmühle Richtung Neumühle
  • Hohlweg in Rickelrath (seitlich der ehem. Neumühle)Richtung Lüttelfort
  • Hohlweg am Aldeberg vom Wasserturm Richtung Rödgener Mühle
  • Weg von der Ophover Mühle zur Bockenmühle über die Lüh (Anhöhe vom Haus St. Georg bis zum Wasserturm)
27.01.2024 - Didi Klinki
Wegberger Geschichte(n) – neu erzählt! heute - Der Mahlstein vom Dorfanger
Selbst den meisten Rickelrathern dürfte die genaue Herkunft des Steines vom Mühlenbrunnen nicht bekannt sein. Woher stammt dieser Mahlstein, der nun den Dorfanger ziert?
Als Ferdinand Schmitz von der Schrofmühle mich im Jahre 2019 fragte, ob ich etwas zu einem Mahlstein am Kreisverkehr in Wegberg am Bahnhof, der dort einsam und verlassen stand, sagen könnte, gab es spontan nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder es war ein ausgemusterter Stein von der Wegberger Mühle oder einer von der Kringsmühle, die jeweils zirka 400 Meter vom Standort in der Nähe des Alten Friedhofes entfernt lagen. Eine dritte Variante fiel mir erst später ein, möglicherweise handelte es sich um ein Überbleibsel der ehemaligen Ölwerke Symes, die bis zur Auflösung im Jahre 1926 schräg gegenüber, hinter dem Bahnhof gelegen, ihre Produktionsstätte hatten, auf dem späteren Firmengelände von Kaufmann & Lindgens.
Zuerst müssen wir uns der früheren Bebauung am Standort des Steines zu wenden. Links davon war das Amtsgericht Wegberg und rechts eine Gastwirtschaft mit Brückenwaage und angeschlossenem Gewerbebetrieb, vor den Gleisanlagen. Die Wirtschaft hieß einmal „Zur Handelskammer“, also ein Bezug zum Amtsgericht. Nach dessen Abriss, „Zur Waage“. Über Jahrzehnte wurde sie von der Familie Müller betrieben. Damit kommen wir nun zur vierten Variante, die uns dann die Lösung zur Herkunft des schweren Blausteins (mit einem Durchmesser von 1,42 Meter und einer Dicke von 34 cm) brachte. Bei dem Stein handelt es sich übrigens um einen Läuferstein für einen Kollergang, also für ein Ölmahlwerk.
Der in Schevenhütte bei Stolberg geborene Paul Jacob Müller (1849-1920), war zuerst mit Maria Adelgunda Baur verheiratet. Diese verstarb jedoch mit 28 Jahren nach der Geburt des dritten Kindes, im Jahre 1882 in Wegberg. Hier wird Paul Jacob schon als Wirt und Steinhauer bezeichnet. Sein Vater übte den Beruf des Steinhauers in Schevenhütte aus. Nach einer kurzen Trauerzeit heiratet Paul Jacob Müller 1883 in Wegberg die Anna Catharina Christina Kalthoff (1848-1932). Er bekam mit ihr fünf weitere Kinder.
Überliefert ist seine Tätigkeit an der Pannenmühle. Dort arbeitete er mit einem Gesellen. Müller war für das Schärfen von Tratsteinen zuständig. Er nutzte dazu besonders gehärtete Meißel, die er anschließend bei einem Schmied wieder schärfen ließ. Dies musste der Ölmüller noch bezahlen. Der Wegberger verabschiedete sich dann von dem Pannenmüller mit den Worten: „Sue, nu send se en Oorder. Jetzt kann ech de Kai (harter Stein) domet haue.“
Sein 1884 geborener Sohn, Paul Jacob führte das Handwerk fort. Im Adressbuch von 1935 steht er noch mit der Wirtschaft, Steinhauerei, Baumaterialien und Kohlenhandlung (noch 1952) eingetragen. Im Adressbuch von 1964 nur noch mit der Wirtschaft. Der Stein stammt demnach aus dem Lager der Familie Müller.
Im Herbst 2021 wurde die Brunnenanlage am Dorfanger in Rickelrath durch die Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein eingeweiht.
 

Auf dem kolorierten Postkarten-Ausschnitt ist der Mahlstein an der Ecke der „Villa Köhler“, dem Amtsgericht zu erkennen, daneben ist das Steinlager sichtbar (links neben der Baumreihe). Am Ende der Sichtachse von der Straße Am Bahnhof ist das Gebäude der Gastwirtschaft zu sehen.
25.01.2024 - Didi Klinki
Heimat-Preis der Stadt Wegberg 2023
Anfang Dezember fiel die Entscheidung über die Preisträger des Wettbewerbs. Gefördert vom Land NRW wird dieser Preis seit dem Jahre 2019 von der Stadt ausgelobt.

Gestern war im Anton Heinen Haus in Rickelrath die Preisverleihung. In diesem Jahr erhält das Team für die Ferienspiele in Rath-Anhoven den ersten Preis. Der zweite Preis geht an den Verein Angerdorf Rickelrath für ihre Willkommensmappe für Neubürger. Den dritten Platz belegt Dietmar Schmitz für die Bearbeitung der Wenkerbögen aus dem Stadtgebiert Wegberg. Eine Urkunde für den 4. Platz erhielt der Verein Wegberg hilft e.V.

      
Heimat? Ein weitgefasster Begriff, für jeden bedeutet er etwas anderes. Auch Schulen gehören dazu, hier werden die Grundlagen geschaffen für die weitere Entwicklung eines Menschen. Früher gab es noch in zahlreichen Dörfern eine Schule. Durch den Rückgang der Schülerzahlen setzte eine Zentralisierung ein.
Vor 150 Jahren war das noch anders, da startete der Sprachwissenschaftler Georg Wenker ein Projekt, dass sich mit der Mundart vor Ort beschäftigte. Erste Anlaufstelle  für ihn waren die Lehrer an den Schulen. Er versendte an sie einen Bogen mit 42 Sätzen die zu übersetzen waren. Bei der Vielzahl an Schulen im Rheinland ein großer Kostenfaktor. Deshalb bat er die Lehrer die Bögen auf eigene Rechnung zurückzusenden. Daraus resultierte dann, dass nicht alle Bögen zurückgesandt wurden. So liegt z.B. aus Wegberg für die Zeit kein Bogen vor. Eine zweite Erhebung fand acht Jahre später statt, jetzt ausgeweitet auf Westfalen. Die neuen Bögen hatten nun 40 Sätze mit zum Teil neuen Texten. Im Endeffekt liegen für die damals in Wegberg vorhandenen 13 Schulen 18 Bögen vor. Für Georg Wenker ergab sich so ein genaueres Bild der Dialektsprachen. Die Grenzen die durch Lautverschiebungen entstanden, wurden in Karten festgehalten. Diese Bögen erlauben den Wissenschaftlern jetzt bis auf die unterste örtliche Ebene, z.B. zwischen Klinkum und Arsbeck, die Unterschiede auszuwerten.   
Die Transliterierung dieser Bögen, das heißt das Übertragen der zumeist in Kurrentschrift verfassten Bögen, in eine heute für alle lesbare Schrift, ist das Verdienst des heutigen Preisträgers.
Hier eine Liste der Preisträger der vergangenen Jahre:       
2019:  1. Heimatverein Beeck - Projekt "Beeck macht blau"
          2. Historischer Verein Wegberg: Projekt "Geschichtswerkstatt"
          3. Dorfgemeinschaft Wildenrath
2020: 1. Bürgerinitiative Wegberger Innenstadt-Entwicklung (Biwie) "Mühlenmarkt"
          2. Dalheimer Pfadfinger Gruppe St.Georg (DPSG) "Heimat pflegen"
          3. Historischer Verein Wegberg - De Berker Klengerstu'ef
2021: 1. Förder- u. Museumsverein Schrofmühle "Kindermühlentag"
          2. Trommler- und Pfeiferkorps Klinkum
          3. Mühlenstein-Team
          4. Historischer Verein Wegberg "Heim@kino"
2022: 1. Basislager Petersholz
          2. Haus St. Georg
          3. Manfred Müchen & Hermann-Josef Heinen

21.01.2024 - Didi Klinki
Wegberger Geschichte(n) - neu erzählt; heute:
Ein alter Türsturz von 1800
Es hat lange gedauert, bis das Thema „Sprüche auf Türbalken“ nochmal aufgegriffen wurde. Von 1996-2009 erschienen zehn Beiträge über Eichenbalken und ihre Geschichte im „Berker Boten“.
Die Sinn- und Segenssprüche auf diesen meist alten Balken, die in den wenigen noch erhaltenen Fachwerkhäusern verbaut wurden, haben oft einen christlichen Hintergrund. Zu erkennen an einem Kreuz mit dem Monogramm I-H-S. Das Nomen sacrum leitet sich von den ersten drei Buchstaben Jesus in der griechischen Schreibweise ab. Das Wort wurde bis um 1450 in Bibeln und Urkunden nicht ausgeschrieben, wobei der griechische Buchstabe Sigma durch das lateinische "S" ersetzt wird. Interpretiert wird die Buchstabenfolge mit Jesus, Erlöser der Menschen, für die lateinische Übersetzung von Iesus Homium Salvator, volkstümlich übersetzt mit Jesus - Heiland - Seligmacher. Oft ist das Monogramm mit weiteren Attributen versehen, in unserem Fall mit einem Herz, das für die Liebe steht. Wenn noch drei Nägel beigefügt sind, stehen diese für die Kreuzigung, so z.B. auf dem Feldkreuz in Kipshoven zu sehen.
Solche Inschriften geben aber auch indirekt Auskunft über die Geschichte eines Hauses und ihrer Besitzer bzw. Erbauer. So auch hier bei dem Türsturz aus Dalheim-Rödgen (früher oft als Raetgen, Rötgen geschrieben). Die Inschrift im abgebildeten Balken lautet:
Hüte dich Fluch nycht yn meynem Haus, oder geh bald zur Dur hynaus oder Got der Her vom Hymmelreych straf mych und dych gleyg. M.S. - M.P. 1800
[Hinweis: In der Chronik von Franz Mayer steht eine etwas andere Lesung (1934)]



Dieser Balken wurde im Jahre 1934 beim Umbau des Hauses Rödgener Straße 14, in der ehemaligen Wirtschaft Stepprath freigelegt, er war verpliestert gewesen. Die Initialien stehen für das Ehepaar Michael Stepprath und Maria Magdalena Peters.
Im Jahre 1800 wurde Rödgen von einem großen Brand getroffen. Es war die Zeit der französischen Fremdherrschaft. Die Ursache für die Feuersbrunst im Dorf, mit den zahlreichen Fachwerkhäusern, ist nicht überliefert. Ein Opfer wurde dabei auch die zweite Kapelle, die an der inzwischen geschlossenen Wirtschaft Lisges stand. Das Feuer brach am 16. August aus, einen Tag vor der Sankt-Rochus-Kirmes. Auch das Haus von Michael Stepprath wurde ein Raub der Flammen.
Das Haus an der Dorfstraße wurde von ihm wiederaufgebaut, er war von Beruf Ackerer, im Situationsplan von Mayer ist auf der Parzelle mit den Hausnummern 235/236 eine Scheune eingezeichnet. Noch heute befinden sich die Häuser Nr. 10,12 und 14 im Besitz einer Nachfahren-Linie.


 
Ein Enkel des Mathias Stepprath, Peter Heinrich (1825-1906) wurde als erster als Gastwirt bezeichnet. Aber er war auch weiterhin Ackerer und Kleinhändler. Verheiratet war er mit Anna Catharina Tillmanns. Deren Sohn Fritz übernahm später die Wirtschaft, er starb 1925, seine Ehefrau Elisabeth Schmitz 1934. Danach erfolgte der oben beschriebene Umbau. Ein weiterer Sohn, Peter Joseph Stepprath, wurde Bäcker und Metzger und übernahm das Haus Nr.10. Er setzte sich zusammen mit den Gebrüder Frenken für den Neubau der großen Kapelle ein (1896). Im Jahre 1911 war er Mitbegründer der St.Rochus-Schützenbruderschaft.
Die einzig überlebende Tochter des Fritz Stepprath, Gertrud, heiratete im Jahre 1926 den aus Mönchengladbach stammenden Schmiedegesellen Arnold Hagemann. So verwundert es nicht, dass er in einem Nebengebäude auf dem Grundstück eine Schmiede einrichtete (Teile davon sind noch vorhanden) und hier als Hufschmied arbeitete. Sein Sohn Willi führte die Gastwirtschaft weiter.
Nach deren Schließung war hier mal eine Pizzeria und zum Schluss eine Weinhandlung, bevor die Räumlichkeiten zum Wohnhaus wurden. Die Räume der Kegelbahn sind auch noch vorhanden.

Meist sind die Inschriften an den Gebäuden nicht für jedermann sichtbar. Einige wurden an das Flachsmuseum in Beeck abgegeben, wo sie ausgestellt sind. Das hier besprochene Exemplar ist auch in einem Museum, allerdings im Freilichtmuseum in Kommern!
 
Befindet sich in ihrem Haus noch ein Eichenbalken mit Inschrift?
Wir würden uns über eine Nachricht und ein Foto zu Dokumentationszwecken freuen.

17.01.2024 - Didi Klinki
Aufgelesen - auch gelesen?
Ein Rock- und Pop-Festival in Wildenrath mit 17 Bands, darunter zwei deutschsprachige Interpreten.
Im aktuellen Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2024 erinnert Michael Heckers an ein Event, dass es so hier wohl nicht mehr geben wird. Sein Bericht heißt: Woodstock des Westens - als Tina Turner in Wildenrath rockte. Dieses Musikereignis fand vor 30 Jahren im August über drei Tage auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz Wildenrath statt. Für viele Menschen waren das unvergessliche Tage.
Der Historische Verein Wegberg berichtete im Jahre 2020, zur Zeit der Corona-Pandemie, im Heim@kino darüber:
Im Zeitungsbericht von Folkmar Pietsch vom 06.09.2018 erfahren wir weitere Einzelheiten: Als Tina Turner in Wildenrath auftrat
Höhepunkt des dreitägigen Festivals am Sonntag Abend: Tina Turner.
Zum Abschluss des regulären Sets sang sie ihren - neben 'Nutbush City Limit' - größten Hit "Proud Mary".
Aber wie haben die Besucher dieses Spektakel erlebt? Bereits am ersten Tag erschienen 80.000 Zuschauer und Musikbegeisterte. Stimmen dazu gibt es bisher wenige.
Wir, das heißt, der Kegelklub "Die unheimlichen Holzumstoßer" aus Wegberg, bestehend aus fünf Paaren, waren dabei. Wir ließen einen Kegelausflug ausfallen und besorgten uns das Ticket für drei Tage.
Auf Grund des Artikels im Heimatkalenders, wollte ich nun nach dreißig Jahren erfahren, welche Eindrücke bei den Keglern hängen geblieben sind. Leider haben wir keine Fotos mehr aus dieser Zeit. Hier einige Auszüge aus den Berichten:
a) Kerstin: Ich war an einem Tag mit meinen Arbeitskollegen da, bei Prince, auf ihn mussten wir eine Stunde warten, der ließ sich mit dem Hubschrauber einfliegen, Duran Duran, Foreigner usw. (Samstags). Sonnstags als Tina da war, stand ich in der zweiten Reihe neben dem Lautsprecher, danach waren wir taub, sie war einfach Spitze.
b) Vera: Wir sind an kilometerlangen Autoschlangen mit unserem Rad vorbei gefahren. Die Leute wollten uns sogar schon die Fahrräder abkaufen. Wir waren also guter Stimmung und der Platz und das Wetter waren die drei Tage super. Das hatte etwas von Woodstock. Auf Nachfrage hatte sie den oben genannten Artikel nicht gelesen!    
c) Ich: Da ich den Andrang zu solchen Veranstaltungen von der Flugschau in Wildenrath kannte, haben wir uns in Klinkum mit dem Rad getroffen. Der erste Eindruck am Eingang zum Gelände waren die Massen an Fahrrädern und anschließend die unendliche Reihe an WC-Häuschen (ca. 400 Stück). Da wir alle noch recht kleine Kinder hatten, mussten wir uns auch abwechseln, am ersten Tag wollte ich unbedingt Chris de Burgh hören, dazu kam dann Peter Maffey. Am zweiten Tag waren es PUR und OMD. Wir hatten uns einen Platz gesucht, von dem wir gut sehen konnten, aber nicht die volle Dröhnung bekamen. Am letzten Tag wollten natürlich alle ohne Ausnahme Tina Turner erleben, aber Joe Cocker und Rod Stewart kamen noch vorher. Als Tina auftrat haben wir dann auch weiter vorne gestanden. Für uns war es eine Super Zeit bei "Rock over Germany".
Haben Sie vielleicht auch dieses Event erlebt? Oder sogar Fotos vom Festivalgelände oder den Interpreten gemacht, die sie dem Verein zum Scannen zur Verfügung stellen könnten oder per Mail zusenden möchten?

14.01.2024 - Didi Klinki
Du kriegst die Motten - Motten in Wegberg?
Den Spruch kennen viele (vermutet wird, dass die Redewendung aus dem Rotwelschen stammt). Gefräßige Tiere die Löcher in  Kla-"motten" hinterlassen. Wie jetzt? Sind wir beim Nabu?
Diejenigen, die sich mit Archäologie befassen denken an eine Motte die im oder am Wasser liegt, oder versteckt im Wald noch sichtbar ist. Nein - keine großen Ameisenhaufen - gemeint sind Erdhügel mit einem größeren Durchmesser und manchmal einer Höhe von über 20 Metern, zum Teil noch von Gräben umgeben.
Ja, in Wegberg gibt es M & M`s (MuMs)! Wie nun? Diese bunten Schokolinsen gibt es doch in fast jedem Supermarkt, was ist da besonderes dran?
Also, wir denken da eher an Motten und Mühlen. Die Stadt hat den Schwerpunkt auf die Mühlen gelegt, dabei sind wir mit unseren Motten in Wegberg eine "Hoch"-Burg, von der der Anzahl der erhalten gebliebenen Mottenanlagen her gesehen. Dabei handelt es sich hier ausschließlich um "Niederungsmotten".
Der neu zugezogene Wegberger wird sich fragen: Wo finde ich denn eine von diesen "Motten"?
Grundsätzlich in der Nähe eines Baches, mit dessen Hilfe man die Gräben mit Wasser fluten konnte, die dann ein erstes Hindernis für Angreifer darstellten. Aha - da wollten also einflussreiche Bewohner ihren Besitz verteidigen bzw. schützen. Das lässt auf eine Einrichtung aus dem Mittelalter schließen. Grabungen an diesen Erdhügeln brachten auch Scherbenfunde zu Tage, die eine Datierung bis ins 12. Jahrhundert zulassen. Diese Anlagen waren hauptsächlich Sitz einer adeligen Familie.
Hier eine Liste mit der Verteilung im Stadtgebiet:
Im Osten rund um Beeck: Gripekoven mit zwei Motten (noch im Wald sichtbar, am Als- oder Mühlenbach gelegen). Kipshoven (eingeebnet), Mehlbusch (Doppelgräben zum Teil erhalten), Moorshoven (eingeebnet, heute Haus Moorshoven mit Graben). Im Zentrum von Beeck gegenüber der Pfarrkirche (dahinter als frühere Vorburg das Haus Beeck), am Beeckbach 300 Meter weiter die Motte Neuhöfchen (in der Waldparzelle kleiner Erdhügel mit Graben und Wall).

Ortszentrum Wegberg noch am Beeckbach, die Motte Ophoven an der dazugehörigen Mühle. Dieses geldrische Lehen wird in den Urkunden des 14. Jh. erwähnt. Hier gehen zum ersten Mal Motte und Mühle eine Symbiose (in gegenseitiger Abhängigkeit) ein. Am Zusammenfluss von Beeck- und Fußbach soll ohne erkennbaren Hügel an der Burg Wegberg (nur Wassergräben und der umgebaute Herrenhof) eine Motte gewesen sein.
Im Süden des Stadtgebietes in Tüschenbroich gab es mindestens drei Motten. Zuerst die mitten im Weiher gelegene große Insel mit 80 Metern Durchmesser und ca. 25 Höhe (noch mit einem Turmrest und Kellergewölben) umringt von zwei Mühlen; die Brühler Motte, im Wald versteckt gelegen und die Motte Dürselen (nur noch ein Graben, auch hier gehörte ein Hof und eine Mühle dazu).
https://de.wikipedia.org/wiki/Motte_T%C3%BCschenbroich
Im Westen zunächst in Arsbeck am Helpensteiner Bach die gleichnamige Motte Helpenstein (Erdhügel an der B221), am Raky-Weiher in Rödgen die gößte Mottenanlage im Satdtgebiet der "Alde Berg" mit einer weitläufigen Vorburg, Gräben und Wällen. Auf dem großen Hügel ist heute ein Kreuz, wo einst eine kleine Kapelle stand. Zuletzt ist da noch das Haus Wildenrath, am Rumpenbach gelegen, ohne Erdhügel aber mit Gräben und Wällen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Motte_Aldeberg
Und was ist im Norden? Nun - zwischen Arsbeck, Merbeck, Rickelrath und Gripekoven findet sich keine Motte. Da gibt es nur die "dicke Landwehr" und das große Sumpfgebiet der Schwalm und des Mühlenbaches.
Auffallend ist, das die meisten Motten auf dem Territoriums des  ehemaligen Herzogtums Jülich liegen.  

09.01.2024 - Didi Klinki
Dä Berker Wenk-er
Im Berker Boten Nr.16/2002 stellte Georg Heinrichs einst die provokante Frage: "Ist Platt eine Sprache?" Vor 150 Jahren war sie  auf jeden Fall die Alltagssprache in Wegberg. Bis in die 1960er Jahre hinein wurde sie zumindest in den Haushalten mit alteingesessenen Familien in den umliegenden Dörfern gesprochen.
Ein Sprachwissenschaftler aus Düsseldorf, Georg Wenker, schrieb um 1876 alle Volksschulen im Rheinland an und bat darum einen Bogen mit 42 Sätzen durch einen Lehrer oder Schüler bzw. durch einen Einheimischen, der den Dialekt sprach, die hochdeutschen Sätze zu übersetzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Wenker
Zirka 10 Jahre später dehnte er seine Befragung auf Westfalen und dann auf ganz Deutschland aus und in einem weiteren Schritt auf die angrenzenden deutschsprachigen Gebiete.
Heute beschäftigen sich drei Universitäten: Marburg, Bonn und Mainz und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit diesen so genannten "Wenkerbögen".
Diese sind nun online gestellt und können durch Freiwillige transliteriert werden. Ein Hindernis hierbei ist die Schrift. Viele Bögen sind in der damals üblichen Kurrent-Schrift ausgefüllt worden.
Durch mein Hobby, die Familienforschung, habe ich mich in diese Schrift einlesen können und habe versucht die ersten Bögen aus dem Stadtgebiet in eine heute für alle lesbare Schrift zu übertragen.
Durch die beiden sprachwissenschaftlichen Vorträge beim Historischen Verein im vergangenen Halbjahr, durch Frau Krautwald  und Frau Ostermann, kam der Gedanke auf, den Altkreis Erkelenz zu bearbeiten. Dafür wurde dann ein Projektname gesucht. Da kam mir dann ein Wortspiel in den Sinn, der mit einem alten Berker Spruch zu tun hatte; "der Berker Wenk" - da war dann schnell die Verbindung zum "Dä Berker Wenk-er" hergestellt.
Auf Grund der Überschneidungen mit anderen Gebieten wurde der Wunsch laut,  die Abschriften auf den gesamten Kreis Heinsberg auszudehnen. Mittlerweile habe ich 175 Bögen mit über 7000 Sätzen abgeschrieben. Es fehlen nur noch wenige Schulen, für einige Dorfschulen liegen zwei Bögen vor (1876 und 1884).
Nach Abschluss des Projektes können diese wissenschaftlich ausgewertet werden. Auf unserer Homepage gibt es weitere Informationen dazu.



Hinweis: Die Zeichnung der Dorfschule in Beeckerheide fertigte mein ehemaliger Klassenlehrer Otto Müller. Nach Auflösung der Volksschulen im Jahre 1968, leitete er die erste Abschlussklasse der Gemeinschafts-Hauptschule Wegberg (Jahrgang 1968/69).
Wer den ersten Satz des Wenkerbogen von 1884 nicht versteht, hier die hochdeutsche Fassung: Im Winter fliegen die trockenen Blätter durch die Luft herum.

07.01.2024 - Didi Klinki
Ein besonderes Schmuckstück - Die Bibliothek in der Wegberger Mühle

Wer  kennt noch unser verstorbenes Ehrenmitglied Karl-August Ostendorf  (1932-2011)? Der ausgebildete Archäologe war der Begründer der Bücherei  des Vereins im BGZ an der Beecker Straße, die er seit 1994 betreute.
Das  Bürgerzentrum (BGZ) war im inzwischen abgerissenen früheren  Schulgebäude (zuerst evangelische Volksschule, dann Realschule, zuletzt  Sonderschule) untergebracht.
Nach dem Ankauf der Ramachers-Mühle (in  früheren Jahrhunderten  Berker Muel genannt), heute Wegberger Mühle,  durch die Stadt Wegberg wurde diese durch umfangreiche Sanierungs- und  Umbaumaßnahmen zum Sitz verschiedener Vereine. So erhielt der  Historische Verein im Jahre 2009 neue Räumlichkeiten, so auch über dem  großen Veranstaltungsraum, die offene Empore mit der zur Bibliothek umfunktionierten Galerie.
Es wird immer kolportiert, dass es in  Wegberg keine öffentliche Bücherei gäbe. Dabei wird außer Acht gelassen,  dass es vier Pfarrbüchereien gibt: so in Beeck, Dalheim, Klinkum und  Merbeck.
Bei der Vereinsbibliothek werden naturgemäß Sachbücher aufbewahrt, besonders interessant für Schüler der weiterführenden Schulen, die dort  Facharbeiten erstellen müssen. Die Bücher mit dem Schwerpunkt Geschichte, Geografie, Archäologie , Familienforschung und Wappenkunde.
Ein Besuch lohnt sich allemal, es lassen sich auch Bücher (Dubletten) aus Nachlässen und Veröffentlichungen des Vereins erwerben.
Auf der Homepage des Vereins wird auch immer ein Buch des Monats vorgestellt.

05.01.2024 - Didi Klinki
Wegberger Geschichte(n) - neu erzählt - heute die Bleiche an der Burg
Wesentlich  bekannter ist vielen die große Bleiche am Geroweiher in Mönchengladbach. Ein Gemälde zeigt am Fuße des Abteiberges die alten Färberhäuser.
Eine  Parallele dazu findet sich in Wegberg. Der Mühlenweiher im Stadtpark  wird von Beeck- und Fußbach gespeist und ist von größeren Freiflächen  umgeben. Wasser ist für die Textilindustrie besonders wichtig.
Als  sich die westfälische Industriellen-Familie Billmann in Wegberg  niederließ (1891), zunächst noch an der Tüschenbroicher Straße, nach der  Errichtung der Leinenweberei an der Burgstraße, übernahm sie auch das  Herrenhaus des Wegberger Hofes (heute Hotel Burg Wegberg).
Heinz  Cohnen beschreibt im Heimatbuch der Stadt Wegberg (1983) die Anfänge  der mechanischen Leinenweberei. Die Firma produzierte zunächst  Haushaltswäsche. Sie nutzte die Rasenfläche, des Burggeländes Richtung  Schwalm als Bleiche. Dieser Platz wurde auch als Kirmesplatz genutzt,  heute ist dort der Parkplatz vor dem Forum, direkt neben der Wegberger  Mühle.
Die  Mühlen waren auch immer schon Zulieferer der Textilbetriebe. Sie  verarbeiteten nämlich bestimmte Pflanzen: wie Krapp, Waid oder Wau  (Färber-Resede - ein Gelbkraut), wobei die Wurzeln gemahlen und daraus nach einem Gärbprozess, Farbstoffe gewonnen wurden.
Nach  120 Jahren kann sich fast keiner mehr an das Aussehen der Bleiche  erinnern. Hier half dann der Zufall weiter. Auf einer alten colorierten  Postkarte ist das Areal des Burgeländes, mit dem stark veränderten  ehemaligen Barockgarten hinter dem Herrenhaus und die Wiesenfläche mit  den ausgebreiteten weißen Tüchern zu erkennen.

Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus der Postkarte von 1902.
Gliederung:
Jan   Feb   Mrz   Apr
02.01.2024 - Didi Klinki
Das RSN-Netzwerk
Pilze (Mykorrhiza) und Bäume bilden Netzwerke, warum nicht auch Heimatvereine?

So ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Familienforscher (auch Genealogen genannt), Mundartexperten und Archäologen aus verschiedenen Vereinen haben auch schon vor 1990 gemeinsame Treffen veranstaltet.
Im  Jahre 2001 wurde durch Professor Dieter Geuenich (Historiker) von der Gerhard-Mercator-Universität in Duisburg und dem Mitveranstalter der Niederrheinischen Akademie ein neuer Impuls gesetzt. Die Heimatvereine des Niederrheins wurden zu einem Kolloquium nach Wesel eingeladen. Hier wurde für eine stärkere Zusammenarbeit der Vereine untereinander geworben. Der Historische Verein Wegberg hat dadurch engere Kontakte mit den Heimatvereinen in Viersen und Erkelenz gepflegt. Auf örtlicher Ebene kam es zu regelmäßigen Treffen mit den Vereinen in Beeck und Harbeck.
In den Jahren 2007-2009 wurde das grenzüberschreitende Projekt Interreg-IV "MeinWeg" aufgelegt. Hier sollten in den beteiligten Städten und Gemeinden (Roermond, Roerdalen, Wassenberg und Wegberg) kulturhistorische Routen ausgearbeitet werden.
http://www.npr-meinweg.eu/Kulturgeschichte/Geschichte%20vor%20Ort/Geschichte_Wegberg.html
Das  oben erwähnte RSN-Netzwerk steht für die Vereine und Gruppen im Gebiet des Rur-Schwalm-Niers Raumes. Moderator und Ansprechpartner ist Leo Gerigk aus Niederkrüchten, seit dem Jahre 2018. Inzwischen beteiligen sich 14 Verein daran. Von Geilenkirchen bis Tegelen, von Gangelt bis Odenkirchen. Bisher wurden für die Vorstände gemeinsame Gesprächsrunden, Vorträge und Führungen abgehalten.

Historischer Verein Wegberg e.V. - 2024 - Letzte Änderung: 15.02.2024

Historischer Verein Wegberg e.V.
Rathausplatz 21, Wegberger Mühle, 41844 Wegberg
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