> Sie befinden sich hier:
> Publikationen > Das historische Datum
Panorama-Aufnahme Wegberg mit Burg Wegberg, Forum, Wegberger Mühle, Rathaus und Pfarrkirche St. Peter & Paul, Foto: Heinen
Geschichte - Online
Das historische Datum
Das historische Datum
Das ZeitZeichen von heute
1. April 1522 - Nostradamus prophezeit das Internet
Erst kürzlich sind neue Prophezeiungen von Nostradamus entdeckt worden. Jetzt ist klar: Der französische Arzt und Seher hat schon im Mittelalter vor dem Internet gewarnt.
In einem Antiquariat in der südfranzösischen Stadt Avignon tauchen 2022 bisher unbekannte Schriften von Nostradamus auf. Sie sind auf den 1. April 1523 datiert - und authentisch. "Ja, seine Handschrift kennen wir schließlich sehr gut", sagt die Geschichtsprofessorin Sabine Thomasius von der Leibniz-Universität Hannover. "Mit der Radiokarbonmethode sind sie auch eindeutig ins Jahr 1523 zu datieren."
> Link zu WDR Zeitzeichen
Termine Januar
WDR 2 Stichtag - 16.01.2014
16. Januar 27 v. Chr. – Octavian wird "Augustus"
Um 50 vor Christus droht die römische Republik im Bürgerkrieg zu versinken. Gaius Julius Cäsar hat sich in Rom zum Diktator auf Lebenszeit aufgeschwungen und so die republikanisch gesinnten Senatoren gegen sich aufgebracht. An den Iden des März im Jahr 44 vor Christus wird er von 23 Messerstichen der Verschwörer ermordet.
Eigentlich müsste Cäsars 19-jähriger Großneffe und Adoptivsohn Gaius Octavius nun auch um sein Leben fürchten. Aber er erscheint den Verschwörern allzu unbedeutend, obwohl er von Cäsar massiv gefördert worden ist. Später wird er mit dem Ermorden schneller als seine Gegner sein. Und am Ende gibt es zu ihm keine echte politische Alternative mehr.
> Link zum WDR
ZeitZeichen / WDR / 18.01.2021
18.01.1871 - Kaiserproklamation von Wilhelm I. in Versailles
Von Christiane Kopka
ZeitZeichen / WDR / 18.01.2021
18.01.1871 - Kaiserproklamation von Wilhelm I. in Versailles
Von Christiane Kopka
Text und Bild folgen
19.01.1978 - Letzter VW Käfer in Europa
WDR ZeitZeichen
Er ist ein Zeitgenosse der jüngeren deutschen Geschichte, ein Vorzeigestück deutscher Ingenieursgabe, Symbol und Wegbegleiter der Wirtschaftswunderjahre: der Käfer von VW.
Von Kay Bandermann
Angestoßen durch Hitlers Forderung nach einem bezahlbaren Auto für die reichsdeutsche Familie entwarf Ferdinand Porsche die legendäre Grundform mit Buckeldesign und luftgekühltem Motor hinten. Der Kriegsausbruch 1939 stoppte die Serienproduktion.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Käfer für viele Deutsche der unvergessene erste Wagen und erreichte in den 60er Jahren Rekordzahlen bei der Produktion. Der Kultwagen lief und lief und lief… aber die Konkurrenz bremste ihn technisch und wirtschaftlich aus.
Am 19. Januar 1978 lief in Emden der letzte in Europa produzierte Käfer vom Band. 15 Jahre später wurde das letzte Modell in Mexiko gefertigt. Mit 21,5 Millionen Stück war der Buckelwagen lange Zeit das meistverkaufte Auto der Welt – bevor er vom Nachfolger Golf überholt wurde.
Redaktion: Hildegard Schulte
> Sendung hören
WDR 2 Stichtag - 24.01.2011
24. Januar 41 n. Chr. - Ermordung des römischen Kaisers Caligula
Inneren Frieden und Wohlstand hinterlässt Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.) den Römern – aber auch ein in der Geschichte beispielloses Herrschafts-Dilemma: Der Haupterbe Cäsars steigt zum ersten Kaiser des Imperiums auf - die in blutigen Bürgerkriegen erkämpfte Verfassung Roms als Republik jedoch stellt er nicht in Frage. Diese paradoxe, offiziell geleugnete Gleichzeitigkeit von Monarchie und Republik führt zu einem heuchlerischen Staatsschauspiel, dem sein Urenkel Gaius Caesar Augustus Germanicus in einem grausamen Schlussakt zum Opfer fallen wird. Die Nachwelt nennt ihn Caligula (Stiefelchen), das wahnsinnige Scheusal.
> Link zum WDR
Termine Februar
ZeitZeichen / WDR / 04.02.2021
04.02.1871 - Todestag des Fürsten von Pückler-Muskau
Von Almut Finck
ZeitZeichen / WDR / 06.02.2021
06.02.1761 - Todestag von Clemens August, Erzbischof und Kurfürst von Köln
Von Irene Geuer
10. Februar 1823 - In Köln findet der erste Rosenmontagszug statt
Vor 200 Jahren findet in Köln der erste Rosenmontagszug statt. Damals heißt der Prinz noch "Held Carneval". Ansonsten ist aber schon vieles wie heute: Es geht um gute Geschäfte mit dem organisierten Frohsinn.
"D ́r Zoch kütt": Am 10. Februar 1823 startet in Köln der erste Rosenmontagszug der Stadtgeschichte. Das Spektakel mit 15 Nummern steht unter dem Motto "Thronbesteigung des Helden Carneval". Der erste "Held" ist der Kölnisch-Wasser-Produzent Emanuel Ciolina Zanoli. Auf einem goldenen Delphin, der auf eine Kutsche montiert ist, umkreist er unter großem Jubel des Publikums den Neumarkt.
WDR ZeitZeichen - 16.02.1923 - Öffnung Tutanchamuns Grabkammer
An diesem Tag erhellt der elektrische Schein der Lampe etwas, was die kühnsten Träume des britischen Archäologen Howard Carter übertrifft: "Kaum ein Meter von der Tür entfernt, stand dort etwas, was sich so weit wie man nur sehen konnte erstreckte und den Eingang in die Kammer versperrte. Allem Anschein nach war es eine Mauer aus massivem Gold!"
Von Ralph Erdenberger
Die Mauer aus massivem Gold entpuppt sich als Wand eines Schreins. In ihm ruht die Mumie des jüngsten Pharao, der Ägypten je regiert hat: Tutanchamun. Der Fund seines prächtigen Grabes im Tal der Könige ist eine Sensation. Das Grabungsteam fördert 5398 Gegenstände ans Licht, die den König auf seiner Reise in die Totenwelt begleiten sollten. Jetzt feiert Tutanchamun eine andere Art der Auferstehung.
Sein Antlitz in Form der goldenen Totenmaske und seine Schätze begeistern Menschen rund um den Globus und machen den Entdecker Howard Carter weltberühmt. Doch rätselhafte Umstände begleiteten das Leben des ägyptischen Regenten und die Ausgrabung seiner Ruhestätte.
So stirbt Carters Mäzen Lord Carnavon nur wenige Woche nach der Öffnung der Grabkammer. Liegt es an einem Fluch des Pharao?
ZeitZeichen / WDR / 21.02.2021
21.02.1946 - US-Präsident Truman genehmigt Hilfsaktion C.A.R.E. für Deutschland
Von Almut Finck
Termine März
ZeitZeichen / WDR / 03.03.2021
03.03.1871 - Todestag des Stuhlfabrikanten Michael Thonet
ZeitZeichen / WDR / 07.03.2021
07.03.1971 - "Die Sendung mit der Maus wird 50"
Von Ralph Erdenberger
WDR 2 Stichtag - 15.03.2012
15. März 44 vor Christus - Gaius Julius Caesar wird ermordet
"Seine hässliche Glatze ertrug er mit größtem Widerwillen", notiert der römische Geschichtsschreiber Sueton über Gaius Julis Caesar. "Deshalb hatte er sich daran gewöhnt, sein lichter werdendes Haar vom Scheitel von vorne zu kämmen." Und deshalb habe der römische Feldherr auch gerne Gebrauch von dem Recht gemacht, "stets einen Lorbeerkranz tragen zu dürfen." Caesars Glatze zeigt allerdings keines seiner Porträts - da wird schon zu Lebzeiten geschönt.
Geboren wird Gaius Julius Caesar im Jahr 100 vor Christus. Rom ist damals eine Republik. Das hat allerdings wenig mit Volkswillen oder Demokratie zu tun. "Res publica" - die öffentliche Sache, der römische Staat - wird seit Jahrhunderten gelenkt von einer kleinen Gruppe einflussreicher Familien. Dieser Senatsadel umfasst weniger als ein Prozent des römischen Volkes. Dazu gehört Caesar. Seine Laufbahn ist damit vorgezeichnet, denn für den römischen Adel zählen zwei Dinge: Politik und Krieg. Um an politische und damit auch militärische Posten zu kommen, gibt es eine festgelegte Karriereleiter.
ZeitZeichen / WDR / 15.03.2021
15.03.2011 - Abkehr von Atomenergie
Von Melahat Simsek
WDR 2 Stichtag - 21.03.2020
21. März 15: Germanicus beginnt Feldzug in Germanien
Sein Vater Drusus ist ihm ein Vorbild. Von ihm erhält Nero Claudius seinen Ehrennamen: Germanicus. Denn Drusus hatte im Auftrag von Kaiser Augustus zwischen 12 und 9 vor Christus den Grundstein für die Eroberung Germaniens gelegt und die Elbe erreicht.
Auch der Sohn kämpft in Germanien. Der junge Feldherr will die germanischen Stämme ganz unterwerfen, die Grenze dauerhaft an die Elbe verlegen und dem Römischen Reich ein paar Provinzen hinzufügen.
ZeitZeichen
16.03.1815 - Gründung des Königreichs der Niederlande
Stand: 10.03.2016, 15:54 Uhr
Die Gründung des Vereinigten Königreichs der
Niederlande ist ein Ergebnis des Wiener Kongresses von 1814/15 und ein
gescheitertes historisches Experiment.
Von Herwig Katzer
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/gruendungniederlande104.html
ZeitZeichen / WDR / 17.03.2021
17.03.0461 - Todestag St. Patrick
Von Uwe Schulz
WDR ZeitZeichen zum 21. März
Stichtag
21. März 15: Germanicus beginnt Feldzug in Germanien
Im Jahre 9 nach Christi Geburt ist der römische Statthalter Publius Qunictilius Varus mit drei Legionen samt Hilfstruppen unterwegs im rechtsrheinischen Germanien. Eigentlich ist das Gebiet längst befriedet, aber der Cheruskerfürst Arminius möchte die Freiheit. Soweit der Wunsch. Der Rest ist Geschichte.
> Weiterlesen und WDR-Zeitzeichen-Sendung anhören (Link zum WDR)
ZeitZeichen / WDR / 24.03.2021
24.03.1756 - Friedrich der Große erlässt den Kartoffelbefehl
Von Thomas Klug
ZeitZeichen - 26.03.1495 - Beginn des Reichstags zu Worms
Von Herwig Katzer
Jedes Staatswesen braucht Reformen. Das war im ausgehenden Mittelalter nicht anders als heute. 1495 rief Maximilian I. deshalb in Worms die Reichsstände zusammen. Dem römisch-deutschen König ging es vor allem um außenpolitische Maßnahmen, sprich Kriege gegen das expandierende osmanische Reich auf der einen, und den französischen König auf der anderen Seite.
> WDR ZeitZeichen | Morgen, 09.45 - 10.00 Uhr | WDR 5
> WDR ZeitZeichen | Morgen, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3
Der hatte einen Feldzug gegen Italien und den Papst begonnen, Verbündete Maximilians I. Doch statt der erhofften finanziellen "eilenden Hilfe" für den Feldzug, stellten sich die Reichsstände stur und verlangten im Gegenzug Reformen, die der König zähneknirschend bewilligte.
Dazu gehörte auch der "ewige Landfriede", der private Fehden um Land und Besitz untersagte und zur Rechtssicherheit im Reich beitrug. Andere Themen, auch das war damals schon wie heute, vertagte man einfach auf den nächsten Reichstag.
Redaktion: Michael Rüger
ZeitZeichen - 28.03.0845 - Wikinger brandschatzen Paris
Von Uwe Schulz
Im Norden Europas wächst im frühen 9. Jahrhundert eine Militärmacht heran, die mit Aggressivität und strategischer Finesse die etablierten Kräfte ins Wanken bringt: die Wikinger. Sie haben ihr Geschäftsmodell vom friedlichen Im- und Export auf Piraterie umgestellt - selbstverständlich zur See, aber zum Entsetzen der Nachbarn bald auch zu Land.
> WDR ZeitZeichen | 28. März 2020, 09.45 - 10.00 Uhr | WDR 5
> WDR ZeitZeichen | 28. März 2020, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3
Ihren wohl erfolgreichster Feldzug im Westen unternehmen die Nordmänner im Jahr 845. Über die Seine erreichen sie mit einer flinken Flotte Paris, plündern die Stadt am 28. März 845, ausgerechnet an Ostern, und ziehen erst wieder ab, als König Karl als sogenanntes Danegeld 7000 Pfund Silber zahlt, Schutzgeld.
Damit ist das Geschäftsmodell etabliert, mit dem wechselnde Wikinger-Trupps allein im Westen Europas noch mindestens ein dutzendmal fette Beute machen. Die Überfälle auf Westfranken enden erst im Jahre 911. Mit dem Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte bekommen die Nord-Mannen ihr eigenes Siedlungsgebiet. Wir nennen es Normandie.
Redaktion: Hildegard Schulte
Termine April
4. April 1972 - Das erste WDR-ZeitZeichen wird ausgestrahlt
Das WDR-ZeitZeichen erinnert täglich an Menschen und Ereignisse. Das Prinzip: Geschichten erzählen, keine Vorlesungen halten. Auch die Entstehung der Sendung ist eine dieser Geschichten.
Alles fängt mit einem Zettelkasten an. Wolf Dieter Ruppel leitet 1967 die WDR-Sendung "Heute Morgen", die mittlerweile "Morgenmagazin" heißt. Zu vielen Interviews und Reportagen macht er sich kleine Notizen. Bald stehen Katastrophen, Erfindungen, Schlachten, Freudenfeste, Uraufführungen, Skandale, Geburtstage und Todestage auf ungezählten Zetteln.
> Zur Sendung (14:47 min)
> mehr
ZeitZeichen-Klassiker 1973:
Warum der König so stinkt
WDR 5. 04.04.2022. 15:32 min
Ein Zeitzeichen zum Geburtstag des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. im Jahr 1638. Keine Glanz- und Gloria-Berichterstattung aus Versaille, sondern eine brillante, manchmal peinlich genaue Beschreibung der Tatsache, warum der König bestialisch gestunken haben soll.
Autor: Hans Conrad Zander
4. April 896 - Papst Formosus stirbt in Rom
Im 9. Jahrhundert wird in Rom brutal um das Amt des Papstes gestritten. Ein bizarrer Höhepunkt während der vielen Machtkämpfe ist der Leichenprozess um Papst Formosus.
WDR 04.04.2021
11. April 1921 - Die letzte deutsche Kaiserin Auguste Victoria stirbt
Als für den späteren deutschen Kaiser Wilhelm II. eine Ehefrau gesucht wird, fällt die Wahl auf Auguste Victoria von Schleswig-Holstein. Sie steht ihrem Ehemann bis zu ihrem Tod 1921 treu zur Seite.
Trotz seiner Jugend ist Wilhelm, Enkel des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm I., erzkonservativ und liebt zudem alles Militärische. Die liberalen Eltern hoffen daher, über die "richtige" Schwiegertochter die politische Gesinnung des Thronfolgers beeinflussen zu können.
WDR 11.04.2021
26. April 1986 - Atomreaktor von Tschernobyl explodiert
Am 26. April 1986 kommt es im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Durch eine Explosion wird einer der vier Reaktorblöcke zerstört. Die radioaktive Wolke zieht bis nach Mitteleuropa.
WDR Zeitzeichen 26.04.2021
30. April 1991 - Letzter "Trabi" läuft in Zwickau vom Band
Klein, legendär - und oft verspottet. Dabei ist der Trabant am Anfang tatsächlich recht modern; und ist bald, ganz DDR-typisch, Mangelware. Am 30. April 1991 läuft der letzte seiner Art vom Band.
WDR ZeitZeichen 30.04.2021
Termine Mai
15. Mai 1648 - David gegen Goliath: Niederlande werden unabhängig
Kurz vor dem bekannteren Westfälischen Frieden wird der Frieden von Münster geschlossen. Er beendet den 80-jährigen Unabhängigkeitskampf der Niederlande gegen Spanien. Ein Kampf David gegen Goliath.
Schon lange vor dem Unabhängigkeitskrieg im 16. Jahrhundert sind die Niederlande das ökonomische Zentrum Europas. Die Grachten dienen dem Schnellverkehr in Holland, die modernen Schiffe auf dem Meer als Massentransporter. Holländer holen etwa Getreide aus dem Baltikum, bringen Holz nach England oder laden Wein in Frankreich.
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-neiderlande-unabhaengig-100.html
> ZeitZeichen
21. Mai 1471 - Geburtstag von Albrecht Dürer
Im Jahr 1500 malt Albrecht Dürer sein berühmtes "Selbstbildnis im Pelzrock". Im teuren Gewand und mit lockigem Haar blickt er dem Betrachter frontal in die Augen. Das Porträt zeugt vom neuen Selbstbewusstsein des Künstlers in der Renaissance auch nördlich der Alpen.
Vor allem die Anspielung an die Christus-Ikonografie ist provokant und prägt das Bild der Zeit: Die Künstler sind nicht länger Handwerker im Auftrag ihrer reichen Gönner, sondern eigenständige Schöpfer. Und die Marke Dürer mischt ganz vorn mit im Kunstbetrieb.
WDR ZeitZeichen 21.05.2021
25. Mai 1936 - Das Freilichtmuseum Oerlinghausen wird eröffnet
Das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen präsentiert nicht nur Geschichte, es hat auch Geschichte - mit problematischem Beginn. Am 25. Mai 1936 als "Germanengehöft" eröffnet, wird es von den Nazis hemmungslos für ihre Propaganda missbraucht.
WDR ZeitZeichen 25.05.2021
Termine Juni
23. Juni 1971 - Einigung über den Beitritt Großbritanniens zur EG
Vier Jahre dauert das Brexit-Chaos. Hinter den quälenden Unterhaus-Debatten steckt eine jahrhundertealte Frage: Gehört die Insel zu Europa oder nicht? 1971 haben sich die Briten für "Ja" entschieden.
Ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fürchtet Winston Churchill, dass die übermächtigen Sowjets unter Josef Stalin Westeuropa überrollen könnten. Der britische Premierminister fordert daher als Gegengewicht die "Vereinigten Staaten von Europa".
WDR ZeitZeichen 23.06.2021
Termine Juli
1. Juli 1896 - Reichstag verabschiedet das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)
Von Juristen hochgelobt, von den Bürgern häufig nicht verstanden: Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt das zivile Leben der Staatsbürger in Deutschland. Am 1. Juli 1896 verabschiedet der Reichstag die erste Ausgabe des Mammutwerks.
WDR Zeitzeichen 01.07.2021
3. Juli 321 – Zweites Edikt Kaiser Konstantins zur Sonntagsruhe
Ein astronomisches Erdenjahr umfasst die Zeit, in der unser Planet einmal um die Sonne kreist. Der Monat beschreibt den Zyklus, den der Mond für seinen Umlauf um die Erde braucht. Für die Siebentagewoche aber gibt es keinen naturwissenschaftlichen Grund. Wochen sind kulturell verabredete Einheiten.
Die Ägypter zum Beispiel erfinden die Zehntagewoche. Die Römer verkürzen auf acht Tage. Bei den Juden ist die Siebentagewoche Usus. Schließlich hat Gott die Welt an sechs Tagen erschaffen. Und der siebte Tag war Ruhetag. Dieser Sabbat beginnt am Freitagabend nach Sonnenuntergang und endet am Samstag mit dem Sonnenuntergang.
WDR ZeitZeichen 03.07.2021
WDR 2 Stichtag - 10.07.2013
10. Juli 138 - Tod des römischen Kaisers Hadrian
Publius Aelius Hadrianus ist Statthalter Syriens und mächtigster Armeeführer Roms, als er im August 117 von seiner Truppe zum Kaiser ausgerufen wird. Sein verstorbener Vorgänger und Ziehvater Trajan hinterlässt ihm ein ebenso gewaltiges wie problematisches Erbe. Nie zuvor beherrschte das römische Reich mehr Völker und Länder, doch nun bedrohen zahlreiche Konflikte die Grenzen; seine Größe droht dem Imperium zum Verhängnis zu werden.
Nach der Erhebung zum Kaiser eilt der 41-jährige Hadrian nicht sofort nach Rom. Statt wie sein Vorgänger weiter auf Expansion zu setzen, beendet er Trajans gescheiterten Feldzug gegen die Parther und gibt zur Sicherung der Grenzen eroberte Gebiete in Mesopotamien, Kleinasien und an der Donau preis. Bei den sieggewohnten Römern schafft sich Hadrian so viele Feinde. Vier Senatoren, die die Legitimation seiner Herrschaft anzweifeln, lässt er durch seinen Gardepräfekten in Rom als Hochverräter hinrichten.
> Link zum WDR
13. Juli 100 v.Chr. - Geburtstag von Gaius Julius Caesar
Aus Ruhmsucht stürzt Gaius Julius Caesar das Römische Reich in einen Bürgerkrieg. Als er sich zum Alleinherrscher auf Lebenszeit ernennen lässt, ist das Maß für seine Gegner voll. Der Imperator wird durch 23 Messerstiche getötet.
Unser heutiges Caesar-Bild lebt noch stark von Theodor Mommsen. Der stilisiert den Diktator im 19. Jahrhundert zum politischen Genie: als "das Vollkommene". Der römische Geschichtsschreiber Sueton sieht eher den eitlen Machtmenschen mit "hässlicher Glatze". Für heutige Historiker liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
WDR Zeitzeichen 13.07.2021
17. Juli 1946 - Das Land Nordrhein-Westfalen wird gebildet
Nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht ein neues Bundesland: Nordrhein-Westfalen. Lange gilt die Gründung als Willkürakt der britischen Besatzer. Neueste Forschungen aber belegen, dass schon Infrastrukturexperten der Weimarer Republik eine neue Provinz entworfen haben, die dem heutigen NRW bis auf wenige Details exakt gleicht. War es also doch eine deutsche Erfindung?
WDR ZeitZeichen 17.07.2021
WDR 2 Stichtag - 18.09.2009
18. Juli 2009 - Vor 1.945 Jahren: Rom brennt
Brände sind in der Hauptstadt des römischen Imperiums keine Seltenheit. Aber der Feuersturm, der in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 64 nach Christus in Rom ausbricht, ist so gewaltig, dass Geschichtsschreiber Tacitus ihn in seinen Annalen erwähnt. Der Brandherd befindet sich in jenem Teil des Circus Maximus', "wo es in den Geschäften Ware gab, die die Flammen nährte." Von da aus verbreitet sich der Brand in alle Richtungen durch die engen Gassen und deren Holzhäuser. "Das Feuer wurde sofort kräftig und schnell vom Wind entfacht und erfasste die gesamte Länge des Circus", so Tacitus. Er beschreibt darin, wie die "Vigiles", die damaligen Feuerwehrmänner, versuchen, dem Flammeninferno Herr zu werden. Die Löschmöglichkeiten sind wegen Wasserknappheit und flüchtenden Menschen begrenzt. Der Großbrand dauert neun Tage lang und verändert das Stadtbild dramatisch. "Rom war in 14 Teile geteilt, von denen vier unversehrt blieben, drei bis zum Boden vernichtet waren; in den sieben übrigen blieben Spuren von zerstörten und halbverbrannten Häusern übrig", schreibt Tacitus. Moderne Historiker schätzen, dass mehrere tausend Menschen sterben und mindestens 200.000 obdachlos werden.
20. Juli 1546 - Beginn des Schmalkaldischen Krieges
Katholisch oder lutheranisch? Das ist im Reich Karls V. mehr als eine Glaubenssache. Es geht um Geld und Macht - ein Konflikt, der zum ersten Religionskrieg auf deutschem Boden führt.
WDR Zeitzeichen 20.07.2021
29. Juli 286 - Der heilige Nikolaus wird geboren
Nikolaus zählt zu den meistverehrten Heiligen der Christenheit. Der 29. Juli 286 gilt als mögliches Geburtsdatum – über sein Leben ist nicht viel bekannt. Und in dem Wenigen mischen sich Wahrheit und Legende.
WDR ZeichenZeit 29.07.286
Termine August
13. August 1961 - Beginn des Mauerbaus in Berlin
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", erklärt Walter Ulbricht noch im Juni 1961 vor Journalisten. Zwei Monate später sind seine Worte hinfällig. Am 13. August 1961 lässt der DDR-Staats- und Parteichef den Ost-Sektor der Stadt abriegeln.
WDR ZeitZeichen 13.08.2021
WDR ZeitZeichen
23.08.1887 - Kennzeichnung deutscher Produkte mit dem Begriff „Made in Germany“
"Made in Germany" - die Corporate Identity einer ganzen Nation, ein Markenzeichen für Qualitätsprodukte, von Deutschen für deutsche Waren erdacht - denkt man.
Von Wolfgang Burgmer
Tatsächlich ist es Made in England: die englische Wirtschaft erfand es vor 125 Jahren als Schutz englischer Qualitätsware vor Billigprodukten aus Deutschland. "Made in Germany" sollte warnen: Achtung - mieses Plagiat! Eine Waffe im Wirtschaftskrieg des Industrieriesen England gegen die aufstrebende kontinentale Konkurrenz. Doch Deutschland drehte den Spieß schnell um und wandelte das Kainsmal zum Gütesiegel.
Unter "Made in Germany" eroberte deutsche Qualität den Weltmarkt. Letztlich aber gilt heute wie damals: Wichtig ist, was im Produkt steckt, nicht was drauf steht.
26. August 1346 - Schlacht von Crécy im Hundertjährigen Krieg
Es beginnt als mittelalterliche Fehde um Lehnrechte und Ländereien und eskaliert im Kampf um den französischen Thron. Der Hundertjährige Krieg, mit seiner ersten großen Schlacht bei Crécy, begründet die Erzfeindschaft zwischen Frankreich und England.
WDR ZeitZeichen 26.08.2021
WDR 2 Stichtag - 28.08.2006
28. August 2006 - Vor 1530 Jahren: Der letzte weströmische Kaiser dankt ab
"Wenn Himmel und Erde vergehen, warum sollte es uns überraschen, wenn auch der Staat aufhören wird zu bestehen. Wenn das, was Gott erschaffen hat, eines Tages vergeht, dann wird das, was Romulus gegründet hat, sicher viel eher verschwinden." Der Theologe und Bischof Augustinus schreibt diese Zeilen, um den Schock zu verarbeiten, den die Plünderung Roms durch die Goten 410 ausgelöst hat. Er ahnt wohl nicht, dass der römische Staat tatsächlich mit einem Kaiser enden wird, der wie der legendäre Gründer Romulus heißt.
> Link zum WDR
Termine September
1. September 1871 – Gründung des Eisen- und Stahlwerks Hoesch
Im Rheinland werden zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Rohstoffe knapper. Deshalb unterschreiben fünf Mitglieder der Familie Hoesch am 1. September 1871 einen Vertrag zur Errichtung eines Eisen- und Stahlwerks bei Dortmund.
Die Region ist Knotenpunkt zweier Eisenbahnlinien und verfügt über Kohle. So scheint die Gründung hier günstig.
WDR ZeitZeichen 01.09.2021
WDR Zeitzeichen
12.09.1940 - Entdeckung der Höhle von Lascaux
Vor 75 Jahren streiften vier Jugendliche durch die südwestfranzösischen Wälder nicht weit von Bordeaux. Auf der Suche nach ihrem Hund entdeckten sie etwas, was bald als "Sternstunde der Kunstgeschichte" gelten sollte: Die Gemälde und Zeichnungen der Höhle von Lascaux. Entstanden vermutlich vor mehr als 10 000 Jahren.
Von Jürgen Werth
In einer Höhle sind Feinheiten beim Erlernen des aufrechten Gangs zu besichtigen. Wie der Mensch zum Künstler wurde - davon erzählt Lascaux.
WDR Zeitzeichen zum 16. September
16.09.1984 - Fernsehserie „Heimat“ beginnt in der ARD
Für den Regisseur Edgar Reitz ging es nie um Action oder dramatische Effekte. In seiner elfteiligen Serie „Heimat - Eine deutsche Chronik“ erzählt er die Geschichte der Familie Simon im fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach bedächtig und in unspektakulären Momentaufnahmen.
Von Christiane Kopka
Als die Serie 1984 ins Fernsehen kam, war diese epische Erzählweise ganz neu: Nicht nur die Kritiker waren hingerissen - auch die Zuschauer saßen gebannt vor den Bildschirmen. Die 16-Stunden-Saga bescherte der ARD sensationelle Einschaltquoten und machte Fernseh-Geschichte.
WDR 2 Stichtag - 17.09.2009
17. September 2009 - Vor 1.725 Jahren: Diokletian wird Kaiser von Rom
Als Kaiser Diokletian im Jahr 284 nach Christus den Thron besteigt, steht das Römische Reich vor dem Ruin. Rom hat zu wenig Geld und zu viele Soldaten, die an zu vielen Fronten kämpfen. Die Römer prägen mehr und mehr Münzen, um ihren Geldbedarf zu decken: Es herrscht hohe Inflation, das Reich droht zu zerfallen. Der neue Kaiser handelt und schweißt das Römische Reich für weitere 150 Jahre zusammen. Er erlässt einen Preisedikt, setzt die Preise für 1.400 Waren und Dienstleistungen fest: Eine gemästete Gans kostet 200 Denare, ein Käse acht und ein Friseur erhält je Kunde zwei Denare. Wer sich nicht an die Preise hält, wir hingerichtet - genauso wie viele Christen. Hart und bürokratisch ist der Regierungsstil von Diokletian - laut Überlieferung ein gebürtiger Sklavensohn, der sich aus eigener Kraft in der römischen Armee hochgedient hat.
> Link zum WDR
WDR ZeitZeichen zum 21. September
21.09.1952 - Erste Fußball-Schaltkonferenz im Hörfunk
„Man sieht ja mit den Ohren – und das ist das Schöne daran“ - so hat Ex-Nationaltorhüter Toni Schumacher ihre Faszination beschrieben. Allen Fernsehübertragungen, aller Kommerzialisierung, aller Zerstückelung der Spieltage zum Trotz:
Von Thomas Pfaff
Die Bundesliga-Schaltkonferenz am Samstagnachmittag im Hörfunk bleibt Kult - seit nunmehr 60 Jahren. Und die Jury des Deutschen Radiopreises behauptet 2010 gar: „Deutschland ist nicht denkbar ohne die samstägliche Bundesligakonferenz“. Eine Würdigung jener kreativen Kakophonie, in der der nächste Satz immer der schwerste ist.
21.9.2009 - Bildung der Städteregion Aachen
Der Gemeindeverband entstand aus dem Zusammenschluss der Stadt Aachen und der Kommunen des Kreises Aachen, der gleichzeitig aufgelöst wurde. Ihm gehören neben der Stadt Aachen die Städte Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie die Gemeinden Simmerath und Roetgen an.
Mehr dazu:
Städteregion Aachen | Portal Rheinische Geschichte (lvr.de)
Stadt Aachen | Portal Rheinische Geschichte (lvr.de)
Die Städteregion Aachen wurde im Oktober 2009 durch Zusammenschluss der kreisfreien Stadt Aachen und des Kreises Aachen gebildet. Die im äußersten Westen von Nordrhein-Westfalen gelegene Region grenzt nördlich an den Kreis Heinsberg, östlich an die Kreise Düren und Euskirchen südlich und westlich an Belgien und westlich an die Niederlande. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Aachen.
Die Städteregion Aachen besteht aus den beiden regionsangehörigen Städten Aachen und Monschau, den sechs mittleren regionsangehörigen Städten Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler Herzogenrath, Stolberg und Würselen sowie den beiden regionsangehörigen Gemeinden Roetgen und Simmerath. Der Stadt Aachen werden dabei durch das Aachen-Gesetz eingeschränkt die Rechte einer kreisfreien Stadt zugesprochen.
Kreis Aachen:
Bis 1794 gehörte das Gebiet des späteren Kreises Aachen(-Land) zum Herzogtum Jülich, zum Herzogtum Limburg, zum Herzogtum Luxemburg, zur Reichsstadt Aachen sowie zur Reichsabtei Kornelimünster. 1795 bzw. 1798 kam das Gebiet an Frankreich und wurde 1801 dem Niedermaas-, Urt- und Roerdepartement eingegliedert. Dort gehörte es zu den Arrondissements Aachen, Maastricht und Malmedy.
Der preußische Kreis Aachen(-Land) wurde 1816 aus den Bürgermeistereien Alsdorf, Bardenberg, Brand, Broich, Burtscheid, Büsbach, Eschweiler, Forst, Gressenich, Haaren, Herzogenrath, Hoengen, Kornelimünster, Laurensberg, Merkstein, Pannesheide, Richterich, Rimburg, Stolberg, Walheim, Weiden und Würselen gebildet. Das Landratsamt lag in Burtscheid. Der Kreis Aachen(-Land) zählte zum Regierungsbezirk Aachen in der Provinz Jülich-Kleve-Berg (1822 bzw. 1830 Rheinprovinz). 1817 erhielt der Kreis von den Niederlanden die östlich der Wurm gelegenen Teile der Bürgermeistereien Alsdorf, Herzogenrath, Merkstein und Rimburg. 1897 wurde die Stadt Burtscheid in die Stadt Aachen eingemeindet, wodurch auch der Kreissitz nach Aachen wechselte. 1906 verlor der Kreis Aachen(-Land) die Gemeinde Forst an den Stadtkreis. 1932 wurde die Gemeinde Schaufenberg aus dem Kreis Jülich dem Kreis Aachen(-Land) zugeschlagen. Aus dem Kreis Düren wurden die Gemeinden Hastenrath und Nothberg angegliedert, aus dem Kreis Geilenkirchen die Gemeinde Oidtweiler. 1935 wurde im Zuge eines deutsch-belgischen Grenzabkommens 1.693 ha Fläche zwischen Belgien und den Kreisen Aachen(-Land) und Monschau ausgetauscht.
1972 wurden aufgrund der kommunalen Gebietsreform (Aachen-Gesetz) der Kreis Aachen(-Land) und der aufgelöste Kreis Monschau zum neuen Kreis Aachen vereint. Aus dem neugebildeten Kreis Heinsberg wurde die Gemeinde Baesweiler eingegliedert. Durch die Auflösung des Regierungsbezirks Aachen wurde der Kreis zudem dem Regierungsbezirk Köln eingegliedert. Der 546,32 Quadratkilometer große Kreis Aachen mit 310.090 Einwohnern (2007) besteht heute aus den sechs mittleren kreisangehörigen Städten Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen, der Stadt Monschau sowie den Gemeinden Roetgen und Simmerath. Größte Orte sind Stolberg mit knapp 60.000 und Eschweiler mit gut 55.000 Einwohnern.
Nach dem Rückzug des einst dominierenden Kohlebergbaus (Aachener Revier) herrschen im nördlichen Teil des Kreises Aachen produzierendes Gewerbe (Glas-, Nadel-, Kunststoffproduktion, Metallverarbeitung) sowie chemische und pharmazeutische Industrie vor. Groß ist die Zahl mittelständischer Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen. Rund um den ausgekohlten Tagebau „Zukunft" entsteht ein überregionales Freizeit- und Erholungsgebiet. Der bis in die jüngste Zeit strukturschwache Süden des Kreises profitiert vor allem vom Tourismus (Naturpark Nordeifel, Rurtalsperre).
Kreis Monschau: Bis 1794 gehörte das Territorium des späteren Kreises Monschau zum Herzogtum Jülich. 1798 kam das Gebiet an Frankreich und wurde 1801 dem Arrondissement Aachen im Roerdepartement eingegliedert.
Der preußische Kreis Montjoie (1920 Umbenennung in Monschau) wurde 1816 aus den Bürgermeistereien Dedenborn, Eicherscheid, Höfen, Imgenbroich, Kalterherberg, Kesternich, Lammersdorf, Montjoie, Roetgen, Ru(h)rberg, Schmidt und Simmerath gebildet. Das Landratsamt lag in Montjoie (1918 Umbenennung der Stadt in Monschau); der Kreis zählte zum Regierungsbezirk Aachen. 1920 verlor der Kreis Teile der Gemarkung Kalterherberg sowie den Konzener Ortsteil Fringshaus und den Mützenicher Ortsteil Reinantzhof an Belgien. Im folgenden Jahr erhielt er zuvor an Belgien abgetretene Gebiete westlich der Vennbahn zurück (Teile von Mützenich, Lammersdorf und Roetgen). 1922 wurde dem Kreis Monschau ein Teil der restlichen Randgebiete des ehemaligen Kreises Malmedy eingegliedert. Aufgrund von deutsch-belgischen Grenzabkommen wurden dem Kreis 1931 und 1935 durch Rückgabe und Tausch belgische Gebiete u.a. bei Roetgen zugeschlagen. 1972 wurde der Kreis Monschau durch das „Aachen-Gesetz" aufgelöst und mit dem Kreis Aachen(-Land) zum neuen Kreis Aachen vereint.
Wirtschaftlich dominierend war im äußerst strukturschwachen Kreis Monschau die Landwirtschaft, die jedoch aufgrund der klimatischen und der Bodenverhältnisse den Lebensunterhalt meist nicht sichern konnte. So ist bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die Zahl der Pendler in die industriellen Zentren außerhalb des Kreises groß. An produzierendem Gewerbe war im Kreis Monschau lediglich die Textilindustrie von Bedeutung. In Lammersdorf und Konzen gab es zudem Eisenwerke.
Allgemeine Literatur
Clemen, Paul (Hg.), Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Bd. 9,2: Kreise Aachen und Eupen, bearb. v. Heribert Reiners, Düsseldorf 1912.
Jaud, Ralph J., Der Landkreis Aachen in der NS-Zeit. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einem katholischen Grenzgebiet 1929-1944, Frankfurt am Main u.a. 1997.
Müller, Thomas, Zwangsarbeit in der Grenzzone. Der Kreis Aachen im Zweiten Weltkrieg, Aachen 2003.
Quelle:
Rönz, Andrea, Städteregion Aachen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/staedteregion-aachen/DE-2086/lido/57d126b6078d28.07568196 (abgerufen am 24.09.2021)
STADT AACHEN
Abgesehen vom spätneolithischen Feuersteinbergbau auf dem Lousberg (3600 bis 3200 v. Chr.) ist Aachen als Siedlungsplatz erst wieder in römischer Zeit seit dem 1. Jahrhundert nach Christus fassbar, und zwar als Militärbad sowie Handels- und Gewerbeplatz. Der im Mittelalter gebräuchliche lateinische Name „Aquisgranum" wird vom römisch-keltischen Gott Apollo Grannus hergeleitet. Im 4. und 5. Jahrhundert erholte sich die Siedlung von den Einfällen der Franken des 3. Jahrhunderts. Im Jahre 765 wird Aachen erstmals in schriftlichen Quellen erwähnt, 769 als Pfalz. Diese wurden wegen ihrer Thermalquellen seit 794 zum Daueraufenthaltsort Karls des Großen (um 742-814) und zu einem kulturellen Mittelpunkt. Zur Pfalz gehörte die bis um 800 über einem älteren christlichen Sakralbau errichtete Marienkirche, deren Oktogon vom ersten großen Kuppelbau nördlich der Alpen überwölbt ist. In ihr wurde Karl der Große an bis heute umstrittener Stelle beigesetzt, seine Söhne und Enkel wurden hier 813 und 817 gekrönt.
Nach 830, besonders nach der Teilung des Karolingerreiches im Vertrag von Meersen 870, geriet Aachen in eine Randlage. Daraus trat es erst unter Otto dem Großen und den 936 einsetzenden Krönungen römisch-deutscher Könige wieder heraus (bis 1531: 28 Krönungen). Unter Otto III. kam es 997 zur Gründung eines Frauenklosters auf dem Salvatorberg und des Kanonikerstifts St. Adalbert, 996/998 der Abtei Burtscheid und im Jahre 1000 zur Öffnung des Grabes Karls des Großen. Dieser wurde 1165 unter Kaiser Friedrich Barbarossa (um 1122-1190) heilig gesprochen.
Seit dem 12. Jahrhundert traten die im Gewerbe tätigen und mit Tuch Handel treibenden Bürger mehr und mehr hervor. Nach halbjähriger Belagerung durch den Gegenkönig Wilhelm von Holland 1248 nahm ihre Bedeutung neben den bis dahin alles bestimmenden Amtleuten des Stauferkönigs Friedrich II. weiter zu. In den 1260er Jahren erlangten sie das Selbstverwaltungsrecht, erkennbar in den Institutionen von Bürgermeistern und Rat. 1267 wurde das erste Rathaus errichtet (Grashaus am Fischmarkt). Der Mauerring von 1171/1175 wurde seit etwa 1250 erweitert.
Ort wechseln
Karolingisches Oktogon mit Barbarossaleuchter im Aachener Dom. (aachen tourist service e.v.)
Aachen war in ganz Europa Ziel für Pilgerreisen. Seit 1349 wurden dort alle sieben Jahre die aus dem Schatz Karls des Großen herrührenden Heiligtümer gezeigt. Aachens Tuche wurden in dieser Zeit bis nach Nowgorod und Ungarn gehandelt. Seit 1351 garantierte Aachen mit anderen den Frieden zwischen Maas und Rhein. Seit den 1330er Jahren entstand am Markt das große Rathaus mit dem Reichssaal für die Krönungsfestmähler.
Ansicht des Rathauses mit dem Markt, Stahlstich aus: Johan du Vivier: Beschryving van de Stad Aken, Leiden 1727. (Stadtarchiv Aachen)
Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts erblühte in Aachen die Messingindustrie und damit verbunden die Herstellung von Waffen. Das 16. und 17. Jahrhundert standen im Zeichen religiöser Unruhen. Nach dem Sturz des protestantischen Rates 1598 und dem gescheiterten Aufstand von 1614 regierten, anerkannt im Westfälischen Frieden (1648), ausschließlich Katholiken. Die Abwanderung des von Protestanten beherrschten Gewerbes (Messing- und Waffenindustrie, Teile des Tuchgewerbes) leitete den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt ein. Er verschärfte sich durch Kontributionen (Zwangsabgaben) in den zahlreichen Kriegen jener Zeit sowie durch den Stadtbrand vom 2.5.1656. Mit dem gezielten Ausbau des Kur- und Badewesens und der Anlage eines Kurviertels in der heutigen Komphausbadstraße wurde die Grundlage für Aachens Ruhm als Modebad Europas gelegt. Deshalb wurden hierher 1668 und 1748 Friedenskongresse gelegt. Am Ende des 18. Jahrhunderts war Aachen durch die so genannte Mäkelei von politischen Unruhen erschüttert, die erst mit dem Einrücken französischer Revolutionstruppen (1792) beziehungsweise deren Rückkehr 1794 beendet wurden. Aachen war nun eine besetzte Stadt, in der militärische Belange Vorrang hatten, bis 1798 mit der Einrichtung des Roerdepartements und Aachen als Verwaltungssitz die zivile Organisation in den Vordergrund rückte. Im Frieden von Lunéville 1801 wurde Aachen völkerrechtlich eine französische Stadt, 1802 Bischofssitz, erlebte 1804 den Besuch von Napoleon (1769-1821) und der Kaiserin Josephine (1763-1814) und hatte Teil am allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung. In dessen Gefolge stieg die Bevölkerung von 23.500 im Jahre 1800 auf 30.200 im Jahre 1812/1813 an. Nach den Befreiungskriegen (1813/1814) fand die französische Zeit in Aachen am 17.1.1814 ihr Ende. Auf dem Wiener Kongress kam Aachen 1815 an Preußen, wurde 1816 Sitz eines Regierungspräsidenten (bis 1972) und erhielt eine Militärgarnison. 1818 fand in Aachen der Monarchenkongress statt. Das französische Bistum wurde 1821 zugunsten Kölns aufgelöst. Sein Ansehen als internationales Bad konnte Aachen durch die Verbesserung der Infrastruktur und durch verschiedene Bauten und Kultureinrichtungen festigen: Stadttheater (1822/1825), Elisenbrunnen (1822/1827), Badehäuser, Promenaden und neue Wohnviertel, 1882 Suermondt- (seit 1977 Suermondt-Ludwig-Museum), Internationales Zeitungsmuseum (1885).
Ansicht des Aachener Stadttheaters von Nordwesten, Lithographie von Robert Geissler (1819-1893). (Stadtarchiv Aachen)
Historische Stätten in Aachen, 2010. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
Aachen war Einfallstor für die Industrialisierung Deutschlands (1817 erste Dampfmaschine) mit der Schattenseite von Kinderarbeit und frühindustriellem Proletariat (Arbeiterunruhen 1830). Deren Folgen suchten vor allem der „Soziale Katholizismus" und entsprechend orientierte neue Orden zu lindern. Aachen wurde Zentrum privater Finanzwirtschaft (Feuerversicherung 1825), an das Eisenbahnnetz von Köln nach Antwerpen angeschlossen (1841/1843) und erlebte den Aufschwung von Textil-, Nadel- und Maschinenindustrie, den Bau einer Waggonfabrik (1841) wie von Hütten- und Walzwerken (seit 1847). Süßwaren und Automobile wurden hier seit dem Ende des Jahrhunderts hergestellt. Die 1870 eröffnete Rheinisch-Westfälisch-Technische Hochschule entwickelte sich zu einem bedeutenden Forschungszentrum (RWTH heute: circa 30.000 Studenten), das zusammen mit anderen Hochschulen einen für Aachen wesentlichen Wirtschaftsfaktor darstellt.
Hauptgebäude der Technischen Hochschule, Holzschnitt von Richard Brend'amour (1831-1915), um 1880. (Stadtarchiv Aachen)
Die Werksanlagen Rothe Erde, 1884, Druck aus: H. Becker, Aachener Hütten-Aktien-Verein Rothe Erde. Festschrift für den 60-jährigen Gedenktag der Inbetriebnahme seiner Werksanlagen 1847 - 1907, Aachen 1907. (Stadtarchiv Aachen)
1897 und 1906 wurden die Stadt Burtscheid und die Gemeinde Forst nach Aachen eingemeindet. Den Ersten Weltkrieg überstand Aachen ohne wesentliche Schäden, litt aber unter der folgenden wirtschaftlichen Abschnürung und unter der erst 1929 beendeten belgischen Besatzung, während der hier 1923 für wenige Tage die „Rheinische Republik" ausgerufen worden war. Das 1864 gegründete Hüttenwerk „Rothe Erde" musste 1926 wegen der neuen Zollgrenze zu Luxemburg geschlossen werden. Statt dessen siedelten sich niederländische, belgische und französische Firmen der Elektro-, Glas- und Reifenindustrie an. 1930 wurde das zweite Bistum Aachen eingerichtet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Aachen durch Luftangriffe zu mehr als 60 Prozent zerstört. Die Kapitulation vor amerikanischen Truppen erfolgte bereits am 21.10.1944. Der von diesen eingesetzte Oberbürgermeister Franz Oppenhoff (geboren 1902) wurde am 25.3.1944 von einem „Werwolf"-Kommando der SS ermordet. Nach dem um 1960 abgeschlossenen Wiederaufbau und dem im Westen beschrittenen Weg der Einigung Europas, den der 1950 von Aachener Bürgern gestiftete Karlspreis unterstützte, ging die Grenzlage verloren, was einen wirtschaftlichen Aufschwung bewirkte. Mit der Eingliederung von sieben Nachbargemeinden im Jahre 1972 vergrößerte sich das Stadtgebiet auf etwa 16.000 Hektar. Den Niedergang der Textil- und Nadelindustrie versuchte man durch die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen sowie technologisch hoch entwickelter Firmen auszugleichen. Dieser Prozess hält bis heute an. Aachen zählt circa 259.000 Einwohner.
Seit Oktober 2009 bildet die Stadt Aachen zusammen mit dem ehemaligen Kreis Aachen die Städteregion Aachen.
Literatur
Bruckner, Clemens, Zur Wirtschaftsgeschichte des Regierungsbezirks Aachen, Köln 1967.
Ennen, Edith, Aachen im Mittelalter, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 86/87 (1979/1980), S. 457-487.
Eyll, Klara van/Eschweiler, Otto (Hg.), Wirtschaftsgeschichte der Region Aachen. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart, Köln 2002.
Flach, Dietmar, Untersuchungen zur Verfassung und Verwaltung des Aachener Reichsgutes von der Karolingerzeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, Göttingen 1976.
Gasten, Elmar, Aachen in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft 1933-1944, Frankfurt a.M. 1990.
Keller, Christoph, Archäologische Forschungen in Aachen, Mainz 2004.
Kraus, Thomas, Auf dem Weg in die Moderne. Aachen in französischer Zeit 1792/93, 1794-1814, Aachen 1994.
Kraus, Thomas, Jülich, Aachen und das Reich, Aachen 1987.
Lepper, Herbert (Hg.), Sozialer Katholizismus in Aachen. Quellen zur Geschichte des Arbeitervereins zum hl. Paulus für Aachen und Burtscheid, (1869-1878/88), Mönchengladbach 1977.
Poll, Bernhard/Siemons, Hans, Geschichte Aachens in Daten, Aachen 2003.
Schmitz, Walter, Verfassung und Bekenntnis. Die Aachener Wirren im Spiegel der kaiserlichen Politik, Frankfurt a.M. 1983.
Quelle:
Kraus, Thomas R., Stadt Aachen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/stadt-aachen/DE-2086/lido/57d11ee6c78f89.85456777 (abgerufen am 24.09.2021)
WDR Zeitzeichen zum 25. September
25.09.1965 - Erster "Beat Club" in der ARD
Eigentlich fing alles ganz harmlos an: In schwarz-weiß, züchtig angezogen, tanzten junge Leute zu Musik. Und doch bat der spätere Nachrichtensprecher Wilhelm Wieben die Erwachsenen zu Beginn des Beat Clubs um Verständnis. Denn die Musik war laut und auf Englisch.
Von Ariane Hoffmann
Das Moderatoren-Paar Uschi Nerke und Gerhard Augustin kündigte in Rollkragenpulli und Anzug drei Live-Bands an und nach 30 Minuten war er schon vorbei, der erste "Beat Club" in der ARD, produziert von Radio Bremen. Mit der Sendung sollten die Jugendlichen der 1960er Jahre wieder zurück von den Radiosendern BFBS und AFN ins deutsche Fernsehen geholt werden. Und das klappte. Rund 63% der Deutschen unter 30 schalteten ein.
WDR Zeitzeichen zum 27. September
27.09.1942 - Thomas Mann spricht in der BBC
Welch warnende Worte kommen da aus dem Volksempfänger? „Deutsche Hörer!“ - heißt die Sendung. Doch wer sie in Deutschland hört, der macht sich strafbar.
Von Marko Rösseler
Thomas Mann spricht aus dem Exil in den Vereinigten Staaten. Seine Stimme wird auf Platte aufgezeichnet und über die BBC von London nach Deutschland ausgestrahlt. Wer hat Thomas Mann gehört? Und was konnten die Deutschen wissen über die NS-Verbrechen?
ZeitZeichen - 27.09.1719 - Todestag von Franz Daniel Pastorius
Von Maren Gottschalk
Voller Hoffnung landet 1683 eine Gruppe deutscher Auswanderer an der Ostküste Amerikas. 13 Familien aus Krefeld, Angehörige der reformierten Glaubensgemeinschaft der Mennoniten, sind auf der Suche nach Freiheit, Glück und Frieden.
Entschlossen haben sie das vom Dreißigjährigen Krieg verwüstete Europa verlassen, wo sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Jetzt wollen sie ein neues Leben beginnen und dafür eine eigene Gemeinde aufbauen, die ohne Waffen und Kriege auskommen soll.
> Sendehinweis: WDR ZeitZeichen | 27.09.2019, 17.45 - 18.00 Uhr | WDR 3
WDR 5
Augusta, erste deutsche Kaiserin (Geburtstag, 30.09.1811)
ZeitZeichen · 30.09.2021 · 15 Min.
> podcast
Termine Oktober
1. Oktober 1971 - Der Smiley wird als Warenzeichen geschützt
WDR ZeitZeichen 01.10.2021
2. Oktober 1991
Preußen verkürzt die Schulstunde auf 45 Minuten
ZeitZeichen - WDR 3/5 - 02.10.2021
Christoph Columbus landet in Amerika (am 12.10.1492)
WDR ZeitZeichen. 12.10.2022. 14:58 min
Der erste Schritt von Christoph Columbus auf den amerikanischen Kontinent gilt als Ende des Mittelalters und Beginn der Neuzeit. Es ist auch der Beginn von menschlicher Barbarei und wirtschaftlicher Ausbeutung, die bis heute anhält. In vielen Ländern hat die #BlackLivesMatter-Bewegung deswegen auch Columbus-Denkmäler gestürzt.
Autor: Herwig Katzer
WDR ZeitZeichen zum 17. Oktober
17.10.1912 - Patent für Edelstahl wird eingereicht
Was haben eine Waschmaschinentrommel, ein Designer-Essbesteck und die Turbinenschaufeln eines Düsenjets gemein? Sie alle sind aus einem hochwertigen Werkstoff gemacht, der hitze-, säure- und rostbeständig ist.
Von Kay Bandermann (WDR ZeitZeichen, 17.10.2012)
Stähle aus Nickel-Chrom-Legierungen gehören seit 100 Jahren zu unserem Alltag. Die Stahlproduzenten rund um den Globus erkannten, dass dieses Metall in seiner „ursprünglichen“ Form zwar vielseitig verwendbar war, aber bei extremer Belastung an seine Leistungsgrenzen stieß. Gewürzt mit Nickel und Chrom veränderten sich die Eigenschaften erheblich.
Die Krupp-Physiker Benno Strauß und Eduard Maurer waren es, die als erste das Patent für „Nichtrostenden Stahl“, kurz: Nirosta, einreichten: am 17. Oktober 1912.
Völkerkundemuseum gibt Gebeine zurück (am 23.10.2017)
WDR ZeitZeichen. 23.10.2022 (15:16 min)
"Iwi Kupuna" nennen die Hawaiianer die Gebeine ihrer Vorfahren - ist deren Totenruhe gestört, finden auch die Nachfahren keine Ruhe. In Deutschland wurden die Knochen zu "Objekten" mit Inventarnummern degradiert. Nach und nach werden die Gebeine zurückgegeben.
Autorin: Edda Dammmüller
WDR Zeitzeichen zum 28. Oktober
28.10.1237 - Erste Erwähnung der Doppelstadt Berlin-Cölln
Berlin baut. Besonders dort, wo Berlins Anfänge liegen: in der historischen Mitte zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz. Berlin im Mittelalter, das war zunächst nicht eine Stadt, sondern zwei.
Von Kerstin Hilt (WDR ZeitZeichen vom 28.10.2017)
Zwischen zwei Spreearmen stießen Siedler auf eine Furt, die einen entscheidenden Vorteil hatte: Sie war sandig, nicht sumpfig wie der Rest der Mark Brandenburg. An den beiden Ufern entstanden zwei getrennte Ansiedlungen: Berlin auf der einen, Cölln auf der anderen Seite.
Und pikanterweise bezieht sich die erste urkundliche Erwähnung Berlins im Jahr 1237 gar nicht auf Berlin selbst, sondern auf die lange rivalisierende Schwesterstadt Cölln. Dass 1237 trotzdem zum Gründungsjahr ausgerufen wurde, haben die Nationalsozialisten zu verantworten: 1937, vier Jahre nach der Machtübernahme, passte ihnen ein prunkvolles Stadtfest gut ins Konzept.
WDR ZeitZeichen zum 27. Oktober
27.10.0097 - Kaiser Nerva adoptiert Trajan
Trajan war ein guter Feldherr und außerordentlich loyal. Als Sohn einer Familie, die zwar in der Provinz Hispania lebte, es aber in den römischen Senat geschafft hatte, verfolgte er seine Karriere zielstrebig und ohne krankhaften Ehrgeiz.
Von Maren Gottschalk
Er war bereits 44 Jahre alt, als der alternde Kaiser Nerva ihn adoptierte und damit zu seinem Nachfolger bestimmte. Ein Jahr später starb Nerva und Trajan konnte beweisen, dass er das gigantische Reich der Römer selbst beherrschen konnte. Unter ihm erreichte es die größte Ausdehnung in seiner Geschichte.
Doch Trajan wird auch wegen seiner großartigen Bauten, seiner Sorge um die Armen und seiner klugen Reformen gelobt. War er wirklich der „augustus optimus“, der Idealkaiser, wie er vom Senat bezeichnet wurde?
Termine November
01.11.2022 - WDR - ZeitZeichen
1. November 1932 - "Heimat"-Regisseur Edgar Reitz wird geboren
Filmemacher Edgar Reitz wird vor allem mit der Langzeit-Reihe über seine Heimat im Hunsrück bekannt. Ein Erfolg, den er auch seiner rebellischen Haltung verdankt. Am 1. November 2022 wird der Morbacher 90 Jahre alt. > mehr (mit weiteren Links)
Baruch de Spinoza, niederländischer Philosoph (Geburtstag, 24.11.1632)
WDR ZeitZeichen. 24.11.2022 (14:46 min)
Dieser Mann war eine Gefahr, sagten seine Gegner. Die Bibel ist kein Buch der ewigen Wahrheiten? Gott findet sich in der Natur? Und den Staat könne man auch demokratisch organisieren? Das war zu viel fürs 17. Jahrhundert! Baruch de Spinoza hat für seine grundstürzenden Ideen einen hohen persönlichen Preis bezahlt.
Autorin: Melahat Simsek
WDR 2 Stichtag - 28.11.2016
Im Jahr 116 - Römisches Imperium erreicht seine größte Ausdehnung
Den Römern setze er "weder in Raum noch Zeit eine Grenze, endlose Reiche habe ich ihnen verlieh'n", lässt Vergil in seinem Epos "Aeneis" den Gott Jupiter sagen. Kein Herrscher setzt Vergils Verse derart in die Tat um wie dessen Zeitgenosse Augustus, der "Erhabene". Unter Roms erstem Kaiser (31 v. Chr. - 14 n. Chr.) wächst das Imperium bis zum Rhein und an die Donau; Gallien, Kleinasien, Syrien und Ägypten werden unterworfen. Damit habe Rom "das äußere Ende seiner finanziellen und strukturellen Möglichkeiten erreicht", urteilt der Aachener Althistoriker Jörg Fündling.
Das sieht auch Augustus nach 45-jähriger Alleinherrschaft so. Seinen Erben hinterlässt er den dringenden Rat, das Reich in seinen vorhandenen Grenzen zu belassen. Doch ein Jahrhundert nach Augustus' Tod dringt Kaiser Trajan mit seiner Armee bis an den Persischen Golf vor. So erreicht das Römische Reich im Jahr 116 die größte Ausdehnung seiner Geschichte.
> Link zum WDR
Termine Dezember
7. Dezember 43 vor Christus - Cicero wird in Formiae ermordet
WDR 2 Stichtag - 07.12.2013
Seine Waffe sind Worte: Marcus Tullius Cicero kämpft für freie Meinungsäußerung und gegen diktatorische Tendenzen im römischen Staat. "Er war ein genialer Redner", sagt Historiker Wolfgang Schuler. "Cicero hat dafür gekämpft, dass die freie Republik Bestand hat." Der im Jahr 106 vor Christus geborene Emporkömmling sei beim Volk beliebt gewesen. "Wenn er die Stimme erhoben hat, waren die Leute hingerissen." Das habe sich auch auf Ciceros politische Karriere ausgewirkt: "Obwohl er nicht zur Führungsschicht gehörte, wurde er ständig im frühestmöglichen Alter mit der höchstmöglichen Stimmenzahl gewählt."
> Weiterlesen und WDR-Zeitzeichen-Sendung anhören (Link zum WDR)
7. Dezember 43 vor Christus - Marcus Tullius Cicero wird ermordet
WDR 2 Stichtag - Stand: 07.12.2018, 00:00 Uhr
"Cicero lebt und wird leben im Gedächtnis aller Zeiten, solange diese Welt besteht." Die Voraussage des Historikers Velleius Paterculus aus der Antike gilt bis heute. Auch nach über 2.000 Jahren ist der römische Politiker, Schriftsteller und Redner Marcus Tullius Cicero fast so bekannt wie Gaius Julius Caesar.
Geboren wird Cicero am 3. Januar 106 vor Christus in Arpinum in Mittelitalien. Als Sohn eines römischen Ritters studiert er altrömische Literatur und griechische Philosophie sowie Rhetorik. "Er war ein Aufsteiger in die politische Klasse der späten Republik", sagt der Kölner Althistoriker Karl-Joachim Hölkeskamp.
16. Dezember 1992 - Der erste Stolperstein wird in Köln verlegt
Kleine Messing-Gedenktafeln auf Gehwegen: Der Künstler Gunter Demnig verlegt seine Stolpersteine vor früheren Wohnungen von NS-Opfern. 1992 setzt er den ersten Erinnerungsstein in Köln - für verfolgte Sinti und Roma.
Am 16. Dezember 1942 ordnet SS-Reichsführer Heinrich Himmler an, alle im Deutschen Reich noch verbliebenen Sinti und Roma zu deportieren. Es seien "Zigeunermischlinge, Rom-Zigeuner und nicht deutschblütige Angehörige zigeunerischer Sippen balkanischer Herkunft" auszuwählen "und in einer Aktion von wenigen Wochen" einzuweisen.
Sorry, alles noch immer in Bearbeitung.
Mitarbeit willkommen.
Historischer Verein Wegberg e.V. - 27.12.2019 - Letzte Änderung: 10.02.2023