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Ortsgeschichte Wegberg


Armenverwaltung

Das Projekt "Ortsgeschichte" ist in Bearbeitung. Ein erster Schritt soll die Sammlung und Sichtung von Primär- und Sekundärliteratur sein.
Über Hinweise und Anregungen würden wir uns freuen.

(1) Adolf Vollmer: Geschichte der Gemeinde Wegberg, 1912

Bis zur Säkularisation 1802 war die Armenverwaltung mit der Kirchenverwaltung vereinigt und umfaßte ebenso wie letztere die beiden Gemeinden Wegberg ohne Trennung. Die Armenverwaltung ist ziemlich gut fundiert. Die vorhandenen Kapitalien stammen zur Hauptsache noch aus alter Zeit, wenn auch nähere Angaben im Gemeindearchiv fehlen. Außer Kapitalien besitzt die Armenverwaltung noch rund 40 ha Grund, (26 ha Wald, 14 ha Ackerland). Dieser Besitz wurde der Gemeinde infolge eines Prozesses aus säkularisirten Gütern des Kreuzherren Klosters zuerkannt. Das Gemeindearchiv enthält noch mehrere Armenrechnungsbücher, die interessante Angaben enthalten.


Das im Jahre 1756 angelegte Armenbuch enthält die Angabe, daß es nach einem älteren Buche vom Jahre 1590 angelegt wurde. Es hat folgende Aufschrift:

Armenbuch der Gemeinde Wegberg.

Registrum Renovatum Residuum Pauperum Ecclesiae in Wegberg. Anno 1756.
In diesem Register Buch seynd die Unterpfändt so des Brodtss, welches auf die quatertemper Täg in die Kirch geliebert und den Armen aussgespändet wird alss auch der Capitalien, wovon die interesse zeitlicher Armen-Meister Jährlichst zu empfangen und zu berechnen hat. seynd die Unterpfändt von Schüldigern, wie anjetzo gelegen mit Vorgenossen in forma probante aufgegeben, undt in diesem Buch gleichlautend das folium des alten Buchss, wovon ein jegliches Capitale herkommendt angezogen.
Renovatio hoc Anno facta 1756 et Specificatio, quorum Rolla antiqua de Anno 1590. Beim Anfang dess alten Buchss zu finden jetzt aber liebere folgende.


Nach den Eintragungen waren zu liefern von den einzeln aufgeführten Pflichtigen

Quatertember in quadragesima  520 Pfd. Brot
Quatertember in junio  760 Pfd. Brot
Quatertember in September  634 Pfd. Brot
Quatertember in Dezember  795 Pfd. Brot
im Ganzen also  2709 Pfd. Brot


Unter den Spendern begegnen wir meistens den Namen Thevissen, Pflippen, Görtz, Quasten, Schrammen, Clever, Peters, Wirtz, Mennen, Gentis, Thißen, Jackels, Schmitz, Girckhausen, (Gerichhausen) Gerhards, Quacken, welche Namen auch heute noch vielfach in der Gemeinde vorkommen.

1783 wird ein zurückgezahltes Kapital zur Beschaffung „eines neues hohen Altares“ verwendet. (Folio 68.)

Die Rechnungslegung ist sehr summarisch erfolgt, sodaß nähere Angaben über die Herkunft und den Verbleib der Einkünfte nicht ersichtlich sind.

Die Einnahmen und Ausgaben bewegten sich jährlich zwischen 200–400 Thlr.
Die Unterstützungen scheinen meistens in Naturalien (Brot) pp. gewährt worden zu sein.

Bei der Rechnung für 1817 ist folgendes vermerkt. In diesem unvergeßlichen Hungerjahre, wo das Malter Roggen zuletzt 25 Rthlr. kostete, wurden nebst bedeutenden heimlichen milden Gaben 15 Malter Roggen, 3000 Pfd. Brot nebst einer Quantität Zwieback und 1721 Rthlr. 24½ Stbr. zur Unterstützung der Notdürftigen beigebracht und ausgeteilt. (Ploum Pastor).


Quelle: Adolf Vollmer: Geschichte der Gemeinde Wegberg, 1912, S. 33-34



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Bitte beachten Sie: Das Projekt Ortsgeschichte Wegberg ist in Bearbeitung.
Über Hinweise und Anregungen würden wir uns freuen.

 

HVW - 18.02.2017

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