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Frederik de Wit (1630 - 1706)

Das niederländische Verlagshaus Frederick de Wit mit Sitz in Amsterdam war in seiner Zeit einer der bedeutendsten Verleger und Kupferstecher in Amsterdam. Der alleinige Zuordnung des Namens Frederik de Wit kann zu einigen Verwirrungen führen. Das Verlagshaus Frederik de Wit wurde nacheinander von drei gleichnamigen Personen geführt:
• dem Firmengründer Frederik de Wit (* 1610; † 1698),
• seinem Sohn Frederik de Wit (* 1630; † 1706) und
• dem Enkelsohn Frederik de Wit.
Sohn und Enkel führten das Unternehmen des Gründers fort, das in der dritten Generation an Covens & Mortier überging.

Frederik de Wit (* 1610; † 1698) gründete sein Unternehmen 1648, auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters in Amsterdam und war ab etwa 1670 Herausgeber von Weltatlanten. Seine erste publizierte Karte war die von Dänemark 1659. Es folgte eine Weltkarte von 1660. Die weitere Datierung seiner Atlanten ist schwierig. Sie erschienen ab 1670 und umfassten 17 bis 190 Karten. Die nautischen Atlanten umfassten 27 Seekarten und erschienen ab 1675.

Zur Blüte gelangte das Familienunternehmen während der Leitung durch den Sohn des Firmengründers, Frederik de Wit (* 1630; † 1706 in Amsterdam). Er wurde zu einem der wichtigsten Verleger von Karten und Atlanten seiner Zeit.

Nach dem Niedergang der bis dahin den Markt dominierenden Druckhäuser von Joan Blaeu und Jan Jansson erwarb de Wit bei Auktionen eine große Anzahl wertvoller Kupferdruckplatten, mit denen er unter anderem die beiden ab 1698 herausgegebenen Editionen der "Stedeboeken" der Niederlanden herstellte, 124 Stadtpläne und Ansichten der ersten Ausgabe und 128 der zweiten. Die Stadtbücher mit Panoramen, Detailansichten und Stadtplänen erschienen erst ab 1695.

Die Stadtbücher Europas mit 132 Stadtplänen und Ansichten waren hauptsächlich Kupferplatten von Jansson, die de Wit von der Firma Jansson-Waesberg erworben hatte. Darunter befanden sich auch die alten Platten von Braun en Hogenberg Civitates Orbis Terrarum, wodurch de Wit die Möglichkeit erhielt, auch diese nachzudrucken.

Seine Arbeit war gekennzeichnet durch einen besonders feinen Stich und eine edle Farbgestaltung, die seine Werke bis heute interessant machen, die in großer Zahl reproduziert wurden und in ihren Originalen einen hohen Wert darstellen. Bis zu seinem Tod wohnte er an der Amsterdamer Kalverstraat in seinem „De Witte Pascaert“ (die weiße Seekarte) genannten Haus.

Sein Sohn und Erbe Frederik de Wit führte die Firma nach dem Tod des Vaters ab 1706 weiter, verkaufte aber 1708 – vermutlich aus finanziellen Gründen – einen Großteil der Kupferdruckplatten. 1721 ging die Firma an Covens & Mortier über.

Kartenschnitt aus Tetrarchia Ducatus Geldriae Ruremondana sive Hispania per F. de Wit, Amsterdam 1706-1711
Die farbige Linie zeigt den Grenzverlauf zwischen dem geldrischen und jülichschem Territorium. Ein erster Blick ist zunächst verwirrend, da die Karte nicht genordet ist.

Die Ausgaben des Hauses de Wit wurden konsequenterweise nach Norden ausgerichtet. Schon bei den alten Griechen war es so, aber dann im Mittelalter kam eine Phase, in der Osten auf Weltkarten oben war, denn: im Osten lang die heilige Stadt Jerusalem.

Aus dieser Zeit stammt das Wort „orientieren“: Orient ist der Osten, wer sich orientiert, richtet sich und damit seine innere Landkarte also nach Osten aus. Die Nord-Süd-Achse hat sich in der Kartographie durchgesetzt, denn erst im Zuge der großen Seefahrer und mit der Einführung des Kompasses (den wir auch den Arabern verdanken, die ihn wiederum von den Chinesen haben) trat eine Änderung auf. Die von Nord nach Süd zeigende Kompassnadel, hat wesentlich dazu beigetragen, dass auch die Landkarten danach ausgerichtet wurden. Der Verlag war mit einer der ersten in Europa, der dieses konsequent umsetzte.
Kartenschnitt aus Tetrarchia Ducatus Geldriae Ruremondana sive Hispania per F. de Wit, Amsterdam 1706-1711
Die de Wit-Karte ist nicht genordtet und wurde in die aktuelle Karte eingepasst.
Kartenschnitt aus Tetrarchia Ducatus Geldriae Ruremondana sive Hispania per F. de Wit, Amsterdam 1706-1711.

Historischer Verein Wegberg e.V. - 28.12.2019 - Letzte Änderung: 28.12.2019

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