Ausstellung "Zeitfenster 8. Mai 1945" in der Kreissparkasse in Wegberg - Info & Einladung - Historischer Verein Wegberg

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Aktivitäten


Kriegsende in Wegberg vor 70 Jahren
Ausstellung in der Kreissparkasse in Wegberg


Aus Anlass des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren zeigen das Stadtarchiv Wegberg und der Historische Verein Wegberg e.V. die Ausstellung

Zeitfenster 8. Mai 1945 - Kriegsende in Wegberg vor 70 Jahren


Die Ausstellung thematisiert auf 23 Tafeln das Ende des Zweiten Weltkriegs in Wegberg, die Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus in Wegberg und den demokratischen Neuanfang nach 1945.

Die Ausstellung gliedert sich nach folgenden Themenbereichen:

• Einführung in die Ausstellung
• Kriegsschäden in Wegberg
• Einmarsch der Amerikaner
• Verfolgte und Opfer
• Neuanfang 1945
• Gedenkstein am Rathaus


Die Ausstellungstafeln öffnen zu jedem Themenbereich ein "Zeitfenster" in die Zeit um den 8. Mai 1945 und gewähren - wie auf dem durchlaufenden Banner der Tafeln zu lesen ist - sowohl "einen Blick zurück in den Abgrund" als auch "einen Blick in eine ungewisse Zukunft". Nach je einem einleitenden Text werden exemplarisch Foto- und Textdokumente gezeigt, die die Zustände und Verhältnisse in Wegberg dokumentieren und den Opfern und Verfolgten des Nationalsozialismus aus Wegberg Gesichter und Namen geben.



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Veranstaltungen 2015

 

Die Heinsberger Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 19.08.2015.

  • Pressebericht

 


Die Titeltafel der Ausstellung zeigt im oberen Bereich das Foto der zu Kriegsende zerstörten Volksschule in Wegberg und im unteren Teil, im Hintergrund, das Foto einer Kundgebung der Hitlerjugend vor dem alten Rathaus in der Hauptstraße in Wegberg und dokumentiert so den Anfang des NS-Regimes 1933 und das Ende 1945.

Auf der zweiten Tafel ist ein Auszug aus der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei der Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestages des Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1985 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages wiedergegeben. In der menschlich und historisch einzigartigen Rede mit dem zentralen Punkt "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung" ruft Richard von Weizsäcker dazu auf, den 8. Mai als einen Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte zu nutzen. Die abwägenden Pro- und Kontra-Argumente dieser Rede gaben Thomas Düren vom Stadtarchiv Wegberg und Hermann-Josef Heinen vom Historischen Verein Wegberg wichtige Impulse zur Konzipierung der Ausstellung.

Die weiteren Tafeln zeigen Kriegsschäden an Gebäuden in Wegberg, im Besonderen durch den verheerenden Bombenangriff am 25. Februar 1945. Sie gedenken aber auch der Menschen, die bei den Luftangriffen ums Leben kamen. Beeindruckende Bilder sind vom Einmarsch der amerikanischen Truppen in das heutige Stadtgebiet zu sehen und Dokumente zeigen die Auswirkung auf die vor Ort verbliebene Zivilbevölkerung.

Der umfangreichste Themenbereich widmet sich der Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus. Die Ausstellung soll zeigen, dass sich hinter diesen Begriffen konkrete Menschen verbergen, unter ihnen Menschen, die allein deshalb, weil sie eine bestimmte Weltanschauung hatten, ihre Glaubensüberzeugung äußerten oder einer bestimmten Volksgruppe angehörten, weil sie gebrechlich und im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie unnütz waren, weil sie eine bestimmte sexuelle Orientierung hatten, weil sie ihre Meinung äußerten oder manche, weil sie schlicht zu falscher Zeit am falschen Ort waren, in ihrer Freiheit, ihrer körperlichen Unversehrtheit und ihrem Leben bedroht waren und es im äußersten Fall auch verloren.

Dokumentiert sind die Wegberger jüdischen Glaubens: die Familie Moses und Berta Salm mit Ihren Kindern Kurt, Lotte, Ilse und Alex, von denen nur Alex Salm den Holocaust überlebte, die Familie Jakob und Irma Salm mit Sohn Albert, die alle in Konzentrationslagern ermordet wurden, die Familien Harf und Cahn, die in Auschwitz starben.

Erinnert wird an die verfolgten katholischen Priestern, darunter Dechant und Pfarrer Gottfried Plaum aus Klinkum, der wegen des Abhörens sogenannten feindlichen Rundfunks zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt wurde und Pfarrer Franz Stappers aus Rickelrath, der kurz vor der Befreiung im März 1945 im Zuchthaus starb, sowie an Paul Reuber, dem Bürgermeister von Beeck, der 1933 in entwürdigender Weise aus dem Dienst entfernt wurde und an Matthias Eickels aus Beeckerheide, der als gläubiger Katholik den Nationalsozialismus ablehnte und 1942 im Konzentrationslager Dachau starb sowie an Jakob Heinrich Kuhlen aus Holtum, der mit 25 Jahren im Konzentrationslager Buchenwald starb.

Nicht vergessen wurden die Menschen aus Wegberg, die Opfer von Zwangssterilisation und Euthanasie wurden, die vielen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die in Wegberg beschäftigt waren sowie die Sinti und Roma, die nachweislich bis 1936 mit Pferd und Wagen nach Wegberg kamen.
Und nicht zuletzt erinnert die Ausstellung an die vielen Soldaten, die im Krieg gefallen sind, die Söhne von Eltern waren, unter ihnen manche auch Ehemänner und Väter sowie an die zahlreichen Vertriebenen und Flüchtlinge, die nach 1945 nach Wegberg kamen.

Gemäß dem Motto "Blick in eine ungewisse Zukunft" sind auch Fotos und Dokumente aus der Nachkriegszeit zu sehen, einer Zeit geprägt durch großen Mangel und Wohnraumnot und dem Versuch, wieder in ein normales Leben zurück zu finden und dem Bestreben demokratische Strukturen auch auf lokaler Ebene in Wegberg zu schaffen.

Die Ausstellung schließt mit einem Bild der Gedenkplatte, die auf dem Rathausplatz an die Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus in Wegberg erinnert. Die Errichtung des Gedenksteines geht auf ein Schulprojekt am Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg zurück. Die auf der Gedenkplatte eingravierte Aufforderung "Frag Dich was werde ich tun" war für Thomas Düren und Hermann-Josef Heinen der Anstoß zur dieser Ausstellung, so dass sich hier ein Kreis schließt, indem zugleich Anstoß und Abschluss der Ausstellung zu sehen ist.

Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte am 8. Mai 2015 im Rahmen der öffentlichen Gedenkveranstaltung am Rathausplatz zur Erinnerung an das Kriegsende 1945, zu dem die Bürgerinnen und Bürger sowie alle Interessierten eingeladen waren. Ausstellungsort war zunächst das Rathaus.
Die Gedenkveranstaltung, zu der Bürgermeister Michael Stock die Schirmherrschaft übernommen hatte, wurde gemeinsam von der Stadt Wegberg und dem Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg gestaltet.

Die Ausstellung ist vom 17. August bis zum 25. September in der Filiale Wegberg der Kreissparkasse Heinsberg, in Wegberg, Rathausplatz 8, zu sehen. Der Eintritt ist frei.


 
 

Historischer Verein Wegberg e.V. - 16.08.2015

 
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