Ein Loblied auf die Schwatzstunde - Willi Spichartz - RP - 15.12.2012 - Historischer Verein Wegberg

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Aktivitäten


Donnerstag, 13.12.2011 - Wegberger Mühle
Mundartabend - "De Berker Klängerstu'ef"

Rheinische Post
Samstag, 15. DEZEMBER 2012

Ein Loblied auf die Schwatzstunde

Gut 60 Freunde der plattdeutschen Mundart trafen sich zur adventlichen
Ausgabe der Klängerschtu'ef in der Mühle.
Von Willi Spichartz

Georg Wimmers (mit Gitarre hatte ein Lobliedchen auf die
Mundartveranstaltung des Historischen Vereins gedichtet.

                                                    Foto: Günter Passage

WEGBERG "Min Berker Klängerschtu'ef, hei kann esch platt schwaade, hei kann mesch jeder verstonn!" Man kann sojar platt senge en de Berker Mü'ehle. Georg Wimmers hatte ein Lob-Liedchen gedichtet auf eine Wegberger Einrichtung, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut: Die Schwatzstube (Klängerschtu'ef) in der Wegberger Mühle (Berker Mü'ehle) in der ich (esch) Plattdeutsch sprechen (schwaade) und singen (senge) kann und mich (mesch) jeder versteht (verstonn).
Gut 60 Freunde der plattdeutschen Mundart hatten sich zur adventlichen Ausgabe der regelmäßig stattfindenden Schwatzstunden eingefunden, um eine ganze Reihe von Vorträgen zu hören, zu denen sich jeder in lockerer Atmosphäre aus dem Auditorium melden kann. Auch wenn zwei Vortragende vergessen hatten, ihre Gedichte ins Plattdeutsche zu übersetzen, tat das dem ausgesprochen hohen Spaßfaktor am Abend keinen Abbruch. Der Nikolaus begrüßte die Gemeinschaft und lud zu kostenlosem Kaffee und Gebäck. Unter Mitra, Rauschebart und rotem Gewand hatte sich mit Karl Küppers der Vorsitzende des Historischen Vereins Wegberg zu verbergen versucht, dem traditionellen Veranstalter der "Klängerschtu'ef", aber vergebens: Er wurde auch in Platt erkannt. Neben Georg Wimmers hatte sich die Kipshovenerin Irmgard Lucassen des Themas "Klängerschtu'ef" selbst angenommen und zur Melodie von "Der Mond ist aufgegangen" eine Dankeshymne an die Organisatoren der Platt-Abende verfasst, in die alle Anwesenden einfielen. Das war wie bei den anderen Liedern auch, keine Schwierigkeit, denn das ganze Auditorium hatte die Texte in Kopie vor den eigenen Augen.
Organisatoren waren wieder Karl Bertrams, der selbst mit eingehenden Geschichten unterhielt, Moderator Klaus Bürger, schlagfertig auch auf Platt, die Akkordeonisten Herbert Gehlen und Reinhold Küppers, der mit Ehefrau Maria auch Lieder beitrug. Und an "de kastreerde Orjel" Theo Schläger aus Katzem. Er spielte "et Kaibort", wie Altmeister Karl Bertrams als "Englisch-Laie" verkündete – das Keyboard, das auf ihn wie eine "die kastrierte Orgel" wirke. Riesenjubel dankte sowohl Bertrams wie auch Theo Schläger, der gleich den Beweis antrat, "datt die kastreerde Orjel et och deet", dass sie es auch tut. Den Beweis dafür gab's auch beim gemeinsamen Lied "Schtell on höösch vält d'r Schnee" - "Leise rieselt der Schnee".
Karl Bertrams, der auch eingangs "Dat alde Jo'er", das alte Jahr, dichterisch hatte ausklingen lassen, sprach auch gute Wünsche an die Versammelten aus: "Ösch alemoel e jesä'ejent Kreesfääs on alles Joots vöer dat Jo'er 2013" – Euch allen ein gesegnetes Christfest und alles Gute für das Jahr 2013!

 
 
 

HVW - 16.12.2012, update 15.04.2015

 
 
  Suche  
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü